Penske übernimmt Saturn

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Übrig bleiben der Aura auf Basis des letzten Vectra und die beiden SUVs Vue (baugleich mit dem Opel Antara) und Outlook. Die Vereinbarungen mit GM gilt laut Los Angeles Times für zwei Jahre, danach will sich Pensge nach neuen Partnern umsehen, die Autos unter der Marke Saturn für ihn bauen. Laut Wall Street Journal hat Penske auch bereits Vereinbarungen mit Renault getroffen.

Badge Engineering?
Was zunächst so verrückt klingt, ist vermutlich gut durchdacht. Roger Penske ist im Grunde Automobilhändler, er vertreibt unter anderem die Marke Smart in Nordamerika. Und er wäre derzeit nicht der einzige, der es offenbar für möglich hält, das ganze Automobilbauer zukünftig als Zulieferer für andere Marken auftreten könnten. Schon beim Magna-Einstieg bei Opel vermuteten einige Marktbeobachter, dass der Autobauer verstärkt als Auftragsfertiger auftreten könnte.

Das neue Saturn-Konzept ist im Grunde noch konsequenter: Es vermeidet fast vollständig die Kostenrisiken, zumindest was Investitionen in neue und sparsame Technologien betrifft. Denn keiner weiß derzeit genau, welche Technik in zehn oder zwanzig Jahren im Automobilmarkt dominieren wird und wer sich auf dem Weg dorthin vergaloppieren wird. Diese Risiken bleiben Saturn also erspart. Offen bleibt dabei allerdings, wie die Marke so auf Dauer ihre Existenz­berechtigung behalten soll. Denn wer zukünftig einen Saturn kauft, erhält zwar eine amerikanische Marke, doch die technische Kompetenz wächst wieder einmal woanders.

Sollte die Information stimmen, dass Renault Fahrzeuge für Saturn liefern wird, wäre der französische Automobilbauer möglicherweise einer der großen Gewinner. Renault hatte bisher auf dem US-Markt keinen Erfolg. Unter der Marke Saturn besteht vielleicht endlich die Möglichkeit, sich im Markt zu etablieren. Im Mai hatte Renault/Nissan angekündigt, 2010 ein Elektroauto auf Grundlage des Kangoo einführen zu wollen. Das Penske-Vertriebsnetz könnte dabei helfen. (ggo) (rh)