Nissan GT-R Black Edition im Fahrbericht
Schnell-Start
Beim Blick auf das Datenblatt des Nissan GT-R sticht eine Zahl besonders hervor. In die Zeile „Beschleunigung von null auf 100 km/h“ hat der Hersteller 3,05 Sekunden eingetragen. Das funktioniert nur mit der Launch-Control. Dafür müssen im Cockpit die zwei Hebel für Getriebe plus Fahrwerk sowie für das ESP umgelegt werden – beide sind dann im Race-Modus. Wir rasten die Fußbremse ein und drücken das Gaspedal bis zum Anschlag durch – der Motor hält die Drehzahl bei 4000 Touren. Nach drei Sekunden geht der Höllenritt los. Wer keine gut trainierte Nackenmuskulatur hat, freut sich über die stabilen Kopfstützen, die nun ganz Arbeit leisten. Der Japaner beschleunigt derart brutal, dass innerhalb weniger Sekunden abseits der Autobahn der Führerschein in Gefahr ist. Selbst Motorradfahrer müssen flink am Gas sein, um dem Japaner dann folgen zu können.
Und den nächsten Nachschlag hat Nissan schon im Visier: Ab 2012 bekommt der GT-R nochmals 20 PS mehr. Dann sollen 2,8 Sekunden für den Standardsprint reichen, die Höchstgeschwindigkeit bleibt mit 315 km/h unverändert.
Hohe Kosten
Doch der Sportwagen kann auch ganz anders. Wer es drauf anlegt, fährt im Automatikmodus ab 50 km/h bereits im sechsten Gang. Dann ist der Wagen auch erstaunlich leise. Nur die sehr harte Abstimmung erinnert jederzeit daran, dass der GT-R keiner Limousine Konkurrenz machen will. Der Gesamtverbrauch liegt bei stolzen 16,5 l/100 km, was einem CO2-Ausstoß von 383 g/km entspricht. Aber nicht nur die Spritkosten belasten das Budget enorm. Steuern und Versicherung erfordern eine hohe finanzielle Kondition. Der Preis von mehr als 90.000 Euro sichert dem Wagen einen Exotenstatus, auch wenn er angesichts der Leistung und der mitgelieferten Ausstattung durchaus fair ist. Ein Porsche 911 Turbo S, mit 530 PS ebenso stark, ist nicht unter 173.241 Euro zu kriegen, ohne dabei die Serienausstattung des Nissan zu bieten.