Neuer Mercedes SL in leichterer Alu-Konstruktion
So weit zum Querdynamikpotenzial. Das verringerte Gewicht erhöht natürlich auch die Längsdynamik. Ein 3,5-Liter-V6 (306 PS, 370 Nm) oder ein 4,7-Liter-V8 (435 PS, 700 Nm) schieben SL 350 respektive SL 500 in knapp fünf bis knapp sechs Sekunden auf Landstraßengeschwindigkeit. Daimler-üblich regelt eine Elektronik bei 250 km/h ab. Die Motoren sollen an der Ampel auch Sprit sparen, indem sie abschalten (Start/Stop). Wirklich gebraucht hat das die Welt nicht, es funktioniert aber bei Daimler immerhin nervenschonend hintergründig, also sei es der Feigenblattfraktion zugestanden.
Der Himmel verfinstert sich
Ein paar der besten, sicherlich jedoch die witzigsten Neuerungen sind Zubehör: Ein Kofferraum, der per Fußgeste öffnet und schließt, falls man da hinten ein Buch reinlegen möchte (viel mehr passt eh nicht rein). Ein Panorama-Origami-Faltdach mit elektronischer Verdunkelungsfunktion, mit dem man den Himmel bei geschlossenem Dach sehen und verfinstern kann! Und rotes, geribbeltes Leder-Interieur, das Stirling Moss anerkennend abnicken würde. Die übliche Mercedes-Gimmick-Liste mit Internet, Parkassistent und Nackenfön fehlt natürlich auch nicht. Der SL 500 soll 117.096 Euro kosten, der SL 350 beginnt bei 93.534 Euro. Dafür kann man sich damit auch in fünfzig Jahren noch sehen lassen – oder ansonsten schnell (20 s) das Panoramadach schließen und verfinstern. (cgl)