Mercedes-SUVs mit Bluetec-Diesel nehmen US-Zulassungshürden

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Zur Reinigung der Abgase der relativ schweren Allradler setzt Mercedes darauf, eine wässrige Harnstofflösung, in den Abgasstrom einzuspritzen. Dadurch wird Ammoniak freigesetzt, das im nachgeschalteten SCR-Katalysator (Selective Catalytic Reduction) bis zu 80 Prozent der Stickoxide in Stickstoff und Wasser aufspaltet. Die „AdBlue“ getaufte Harnstofflösung wird in einem gesonderten Tank im Fahrzeug aufbewahrt und mittels einer Förderpumpe zu einem Dosiermodul transportiert. Den Durchschnittsverbrauch an AdBlue gibt Mercedes mit etwa 0,1 Liter pro 100 Kilometer an. Der Vorratsbehälter fasst im R 320 und im ML 320 Bluetec 28 Liter (im GL 320 Bluetec sind es stolze 32 Liter). Dies sei ein ausreichender Vorrat, der zu den Inspektionsterminen aufgefüllt werden müsse, selbst wenn der Motor wie zum Beispiel im Anhängerbetrieb stark gefordert sei, verspricht der Hersteller. Sollte sich der AdBlue-Vorrat dennoch vorzeitig zum Ende neigen, wird der Kunde über die Elektronik rechtzeitig gewarnt.

Dieser Aufwand lohnt sich Mercedes zufolge vor allem bei schwereren Fahrzeugen mit entsprechendem Verbrauch. Für die sauberen SUVs nennt der Hersteller Verbrauchswerte von knapp 10 Litern pro 100 Kilometer auf dem Highway und rund 13,8 Litern im Stadtverkehr. Damit seien die Selbstzünder um 20 bis 40 Prozent sparsamer als vergleichbare SUVs mit Ottomotor.

Hingegen kommen die in den USA lieferbare Limousine E 320 Bluetec und die in Europa erhältliche Variante E 300 Bluetec ohne AdBlue-Einspritzung aus: In den Pkw werden Oxidationskatalysator und Partikelfilter mit einem langlebigen NOx- (Stickoxid)-Speicherkatalysator sowie einem zusätzlichen SCR-Katalysator kombiniert. Allerdings müssen die Bluetec-Diesel der E-Klasse-Limousinen zwischendurch regelmäßig mit fetter Verbrennung laufen, um den NOx-Speicherkatalysator zu reinigen. Bei schweren Fahrzeugen mit höherem Verbrauch wäre dies nach Herstellerangaben besonders häufig nötig und würde zu Mehrverbrauch führen, was wiederum den Verbrauchsvorteil gegenüber dem Benziner aufheben würde. (ssu)