Mazda testet wasserstoffbetriebene Wankelmotoren
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Mit Wasserstoff in die Zukunft?
Ob und wann genau der Wasserstoff-Wankel für jedermann erhältlich sein wird, ist derzeit offen. Zwar ist das HyNor-Projekt derzeit wohl einer der überzeugendsten Lösungsversuche des vielzitierten Henne-Ei-Problems, dass ein alternativer Kraftsoff nur dann eine Marktchance hat, wenn es ausreichend Tankmöglichkeiten und erschwingliche Fahrzeuge gibt. Doch sind längst nicht alle Länder in der glücklichen Lage Norwegens, ihren Strombedarf in so hohem Maße durch Wasserkaft decken zu können. Sobald Kohle- oder Atomkraftwerke für die Wasserstoff-Erzeugung ins Spiel kommen, stehen CO2-Bilanz oder gesellschaftliche Akzeptanz der Wasserstoffwirtschaft auf dem Spiel. Und auch der Neu- oder Ausbau von Wasserkraftwerken ist wegen der notwendigen Eingriffe in die Natur nicht unproblematisch. Interessanter erscheint schon, Wasserstoff per Windkraft zu erzeugen, um so deren schwankendes Aufkommen puffern zu können. Spannend an Mazdas Ansatz ist aber auf jeden Fall, dass der schon fast totgesagte Kreiskolbenmotor eine neue Existenzberechtigung als Überbrückung auf dem Weg zur Brennstoffzelle finden könnte. Im übrigen ist der Kreiskolbenmotor, wenn auch benzingetrieben, auch aus Sicht von Christoph Bollig, Forschungsleiter bei der FEV Motorentechnik, als Antrieb für Range Extender interessant.
Skandinavien geht voran
Betrachtet man die Entwicklung auf dem Gebiet der Wasserstoff-Mobilität, dann scheint es so, als wenn Staaten ohne eigene Automobilindustrie zügiger vorankommen. Dänemark verfolgt zum Beispiel das ehrgeizige Ziel, dass ab dem Jahr 2025 alle Neuwagen Elektro- oder Wasserstoffautos sein sollen. Dafür tut die Politik einiges: Die mit 180 Prozent extrem hohe Steuer beim Autokauf entfällt für die Öko-Mobile, gleichzeitig darf man im öffentlichen Raum frei parken. Zu guter Letzt sollen die jährlichen staatlichen Ausgaben von 67 auf 134 Millionen Euro steigen, um unter anderem bis 2011 eine Infrastruktur für Wasserstofffahrzeuge aufzubauen. In Deutschland hingegen werden einst mit viel PR-Aufwand eröffnete Wasserstoff-Tankstellen wieder geschlossen. Die öffentliche Agenda bei alternativen Antrieben dominieren derzeit Batteriefahrzeuge, seitdem zunächst die großen Stromkonzerne und jüngst auch der ADAC das Thema als potenziellen Zukunftsmarkt entdeckt haben. (rh)