Mazda testet wasserstoffbetriebene Wankelmotoren

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Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten: Bei der Verbrennung gleicher Volumenmengen bei Wasserstoff wird weniger Energie freigesetzt als im Fall von Benzin. Folglich muss ein höherer Volumenanteil in den Brennraum gefüllt werden: Etwa 29,5 Prozent des Zylindervolumens benötigt der gasförmige Wasserstoff für die Verbrennung, Benzin dagegen nur rund 1,7 Prozent. Dadurch fällt der Luftanteil entsprechend geringer aus, die Verbrennung erfolgt unvollständig, in der Folge wird weniger Leistung freigesetzt. Abhilfe schafft eine direkte Einspritzung des Wasserstoffs in den Brennraum. Dennoch ist im Fahrbetrieb schnell spürbar, ob gerade H2 anstatt Benzin verbrannt wird. Dann legt der sanft surrende Wankel legt im RX-8 Hydrogen RE eine rauhe Note an den Tag, die härtere Verbrennung ist unüberhörbar. Auch die Leistung erinnert kaum an einen Sportwagen: Zu Buche stehen im Benzin- und Wasserstoffmodus 109 PS und ein maximales Drehmoment von 140 Nm. Über eine Taste neben dem Lenkrad kann während der Fahrt von Wasserstoff auf Benzin umgeschaltet werden, während der Wechsel in die andere Richtung nur im Stand möglich ist. Angesichts der Motordaten und des begrenzten Brennstofvorrats ist also geruhsames Gleiten angesagt, um die Reichweite des Autos nicht überzustrapazieren. Am Gewicht liegt es übrigens nicht: Der Wasserstoff-RX-8 ist gerade einmal 52 Kilogramm schwerer als ein Serienmodell mit 192 PS. Äußerlich entspricht der Wankel-Mazda schon der kommenden Facelift-Version: Die Kombination von neuer Frontpartie, modifizierten Seitenblinkern sowie Änderungen am Heck und im Innenraum weiß zu gefallen.

Der RX-8 Hydrogen RE ist nicht der einzige saubere Mazda, den wir fahren dürfen. Extra aus Japan wurden zwei Premacy Hydrogen RE Hybrid mitgebracht. Das Basisfahrzeug ist hierzulande als Mazda 5 bekannt. In Japan wird die Hydrogen-Ausführung bereits seit Mai 2009 in einem speziellen Programm an gewerbliche Kunden verleast. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen seriellen Hybrid. Das Fahrzeug nutzt den von einem Wasserstoff-Wankel mithilfe eines Generators erzeugten Strom um und wird durch einen Elektromotor fortbewegt. Zwischengespeichert wird der Strom in einer Lithium-Ionen-Batterie. Auch beim Premacy Hydrogen RE Hybrid ist der Wasserstofftank 105 Liter groß, jedoch wird hier eine Reichweite von 200 Kilometern möglich, der 25-Liter-Benzintank ermöglicht zusätzlich 400 Kilometer.

Der Kreiskolbenmotor unter der Haube des Sonder-Premacy leistet 80 kW/109 PS. Der Elektromotor kommt auf 110 kW/150 PS und ein Drehmoment von 350 Nm. Beim Fahren dringt erneut der rauhe Wankel-Sound ins Ohr, denn trotz aller Beteuerungen der Ingenieure schaltet sich der Verbrenner recht früh zu. Leiser und spritziger wird es im Benzinmodus, doch es stören die großen Drehzahlsprünge des Getriebes. Beim Premacy Hydrogen RE Hybrid läuft der Wankel nämlich nicht in einer monotonen Dauerdrehzahl, wie dies bei anderen Range-Extender-Motoren der Fall ist. Beim Gewicht fordert der technische Aufwand seinen Tribut: Mit 1760 Kilogramm ist der Hybrid-Van rund 300 Kilogramm schwerer als sein Benzin-Pendant.