Fördern statt verhindern
Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands eMobilität e.V., plädiert gegen eine Pauschale und analog zum norwegischen Modell für einen Erlass der Mehrwertsteuer beim Kauf eines Elektroautos: „Mir sind die Privatkunden besonders wichtig. Es gibt Hunderttausende von Pendlern, für die Batterie-elektrische Autos prädestiniert sind“, argumentiert Sigl ein einem Gespräch mit heise Autos. Für die sei der Preis das wichtigste Kaufhindernis. Wenn ein Volkswagen e-Up die 20.000 Euro-Schwelle unterschreiten würde, wäre das ein gutes psychologisches Signal.
Die Politik wird sich wohl bald positionieren
„Darüber hinaus sollten wir weniger Steuergeld in Forschung und Entwicklung stecken – das machen die Firmen selbst – und darauf achten, dass die öffentliche Hand ihren Fuhrpark umstellt.“ Sigl ist grundsätzlich unzufrieden mit der aktuellen Förderpolitik, ihm fehlt ein simpler, pragmatischer Ansatz wie etwa der Erlass der Mehrwertsteuer.
Dass dieses Modell dazu führen würde, dass die Käufer besonders hochpreisiger Fahrzeuge in den Genuss der höchsten Anreizsumme kommen würden, nimmt Sigl in Kauf: „Ähnlich wie bei der Abwrackprämie würden viele Leute darüber hinwegsehen, wenn sie selbst profitieren könnten.“
Die Politik muss sich also positionieren, und es ist wahrscheinlich, dass sie das spätestens zum nächsten Gipfel der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) im Mai tut. Und sollte dabei der Eindruck eines verdeckten Protektionismus entstehen – den praktizieren alle Staaten mit eigener Autoindustrie von Japan über die USA bis Frankreich, und es gibt für Deutschland keinen Grund, darauf zu verzichten. Letztlich ist nur eins wichtig: Dass sich ein entschlossener Wille zeigt, wie man die Energiewende beim Pkw aktiv gestalten will. (fpi)