Kombilösung

Honda stellt auf der IAA mit dem Civic Tourer wieder einen Kombi in der Golfklasse vor. Der ist eigenständig geformt und soll reichlich Platz bieten. Leider macht Honda ihm den Start schwerer als nötig

vorlesen Druckansicht 11 Kommentare lesen
Lesezeit: 4 Min.
Inhaltsverzeichnis

Offenbach, 13. August 2013 – Vor einigen Jahren war der japanische Beitrag zum Thema „kompakte Kombis“ äußerst überschaubar. Einzig Mitsubishi hatte bis 2008 noch den zuletzt arg in die Jahre gekommenen Lancer Kombi im Angebot. Doch die hohe Kombi-Quote bei der koreanischen Konkurrenz scheint die Japaner zu locken. Nach Toyota stellt nun auch Honda mit dem Civic Tourer einen Kombi in der Golfklasse vor.

Schon auf dem Genfer Autosalon stellte Honda im Frühjahr die Studie eines Civic Kombis vor. Bis auf ein paar Details gleicht das Serienmodell diesem Concept-Car. Die Presseabteilung spricht von einem „sportlich, schlanken und dynamischen Äußeren“. Etwas nüchterner betrachtet ist die neue Heckpartie, wohlwollend ausgedrückt, etwas gewöhnungsbedürftig. Von der ruhiger gezeichneten deutschen Konkurrenz hebt sich der Civic Tourer optisch deutlich ab, was kein Fehler sein muss, denn langweilige Autos gibt es schließlich genug. Ob der Look massenkompatibel ist, werden die Verkaufszahlen zeigen.

Kombilösung (12 Bilder)

Honda stellt auf der IAA den Civic als Kombi vor.

Das Heck ist nicht nur optisch voluminös. Nach Honda-eigener Messung passen schon ohne Umlegen der Rückbank 624 Liter in den Kofferraum. Das ist noch etwas mehr als VW Golf Variant (605 Liter) und Skoda Octavia Combi (610 Liter) bieten, wobei die geringen Unterschiede in der Praxis kaum eine Rolle spielen dürften. Maximal passen laut Hersteller 1668 Liter ins Heck, wenn die hinteren Sitze umgeklappt werden. Auch das ist im Vergleich zu Konkurrenz ein sehr ordentlicher Wert, zumal der Civic auch als Kombi kompakt bleibt. Mit 4,52 Metern Außenlänge ist er kürzer als viele Modelle in dieser Klasse.

Da der Tank nicht wie bei den meisten Autos unter der Rücksitzbank, sondern unter den Vordersitzen angebracht ist, bleibt Raum für eine schlaue Idee, die im Jazz schon seit Jahren Serie ist. Klappt man die Sitzfläche der Rückbank hoch, können sperrige Dinge wie ein Fahrrad oder ein Riesen-Fernseher transportiert werden. Auch an eine Ablage für die Gepäckraumabdeckung hat Honda gedacht. Der doppelte Ladeboden kann abgesenkt werden, wenn besonders hohes Gut transportiert werden soll. Zudem ist die Landekante knapp 14 cm tiefer als beim Civic Fünftürer.

Etwas erstaunlich ist die eingeschränkte Motorenauswahl zum Start. Anfangs gibt es den Civic Tourer nur dem 1,6-Liter-Diesel und dem 1,8-Liter-Benziner. Der Diesel leistet 120 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 300 Nm. Bei einer Ausfahrt im Fünftürer hat er einen positiven Eindruck hinterlassen – auch zum Kombi dürfte diese Maschine ausgezeichnet passen. Der Benziner mit 142 PS und 174 Nm muss dagegen ordentlich gedreht werden, denn das maximale Drehmoment liegt erst bei 4300/min an. Zu einem knackigen Sportler mag diese Auslegung passen, zu einem Familienkombi eher weniger.