Interview mit Christian Senger, VWs oberstem Elektrifizierer
Heise Autos:
Und jetzt ist Norwegen ja ein Land, wo ich weite Distanzen zurĂĽcklegen muss.
Christian Senger:
Das ist richtig. Die Leute fahren dort zwar ganz viel in der Hauptstadt, aber am Wochenende legen die bis zu 300 km an der Küste zurück. Und das ist genau das Learning, das wir haben: Die Elektro-Golf-Kunden fordern gar keine Schnellladestellen an der Autobahn. Weil die nehmen den e-Golf als reinen Zweitwagen oder Stadtfahrzeug. Die Fahrzeuge, die heute schon bei 500 km Reichweite liegen, die werden vollständig eingesetzt. Und diese Kunden fordern dann auch wieder Schnellladestellen an der Autobahn. Also 400 bis 600 km, das ist nach unserer Erfahrung genau der Range, den der Kunde für ein vollständiges Erstauto bzw. das einzige Auto in der Familie braucht bzw. verlangt. Und bei einer Reichweite von 600 km sagen die Kunden dann auch, dass sie kein Plug-in-Hybrid mehr interessiert. Und deshalb sind wir eben zuversichtlich, dass wir damit die E-Mobilität in das ganz große Volumen bringen können. Wir nehmen den Leuten die Reichweitenangst und wir haben den Kostenpunkt gelöst. Das Fahrzeug bekommt im Endeffekt mehr Vorteile als ein Verbrenner. Und wir werden mit dem MEB eine Art Tablet auf Rädern schaffen. Das heißt das Fahrzeug hat ein Betriebssystem. Es wird eine Art App-Store geben, in dem man personalisierte Funktionen herunterladen kann, updaten, upgraden und so fort.
Heise Autos:
Eine andere Frage, wenn es ums „Upgraden“ geht: Wie sieht es denn in Zukunft mit dem Upgrade auf neue Batteriegenerationen aus.
Christian Senger:
Nun, ein Hardware-Download wird schwierig… (lacht)
Heise Autos:
Nein, ich meine hier z.B. den Fall, dass ich in einem vier Jahre alten Gebrauchtwagen, die neueste soeben vorgestellte Batteriegeneration verbauen möchte.