Hinten ganz vorn

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"Bei seiner Motorenwahl hat sich mein Chef offenbar von den Genen seiner schwäbischen Großmutter lenken lassen, denn er bestand auf dem S 350 Bluetec. Keine schlechte Wahl, wie ich finde, denn der V6-Diesel stellt schon ab 1600/min stämmige 620 Nm bereit. Sehr viel besser macht es der fast 200 PS stärkere S 500 auch nicht. Beide haben übrigens "nur" eine Siebengang-Automatik an Bord, die sich gelegentlich mit dem Hochschalten etwas zu viel Zeit lässt.

Vom Selbstzünder ist dennoch kaum etwas zu hören, aber die serienmäßige Start-Stopp-Funktion dürfte ihn gerne noch etwas sanfter wieder anlassen. Dafür stimmt der Verbrauch. Klar, wer beim Kauf sechsstellige Summen in eine S-Klasse versenkt, dürfte an der Tankstelle sowieso keine Ölkrise kriegen. Doch 6,2 Liter bei konstant 120 km/h sind mal ein echtes Wort. Nur zur Erinnerung: Früher war das bei der S-Klasse der Hubraum, nicht der Verbrauch."

"Konstant 120 sind übrigens kein Problem, denn unser S 350 Bluetec hat viele Assistenten an Bord, die mir das Leben einfacher machen. Einer davon ist der Tempomat mit automatischer Abstandsregelung, Lenkassistent und Stop&Go-Pilot. Soll heißen: Wenn ich mal von mehr Gehalt träume, lenkt mich das System diskret zurück in die Spur und folgt im Stau automatisch dem Vordermann. Ich könnte also die S-Klasse auch mit zwei Fingern lenken, dagegen protestiert aber das System.

Wobei die Lenkung überraschend direkt ausgelegt ist, die serienmäßige Luftfederung aber auch. Vergleichsweise straff rollt das Fahrwerk mit der so genannten "Airmatic" über grobe Unebenheiten hinweg, ohne das die S-Klasse freilich zur Rumpelkammer wird. Besser zum noblen Anspruch passt die "Magic Body Control", die es aber nur für den S 500 gibt. Per Stereokamera werden Unebenheiten registriert und das Fahrwerk im Voraus eingestellt.