Hinten ganz vorn

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Doch ich kann Ihnen verraten, dass schon Überstunden fällig waren, um alle Punkte des Menüs durchzugehen. Etwas Eingewöhnung braucht es allemal, wenn viele Extras an Bord sind. Einige Dinge sind selbst für mich neu: beheizbare Armlehnen in den Türen etwa. Oder die Wärmeverteilung der Sitzheizung. Zusätzliche Beduftung der Innenraumluft oder eine Massage? Alles machbar. An der Materialauswahl und der Verarbeitung im Cockpit gibt es nichts auszusetzen. Zwei Dinge sind mir aber aufgefallen: Den billigen Automatik-Wählhebel kenne ich aus der A- und B-Klasse, und die schwarzglänzende Umrandung der Instrumentendisplays sieht auch nicht gerade prickelnd aus."

"Richtig zugeschlagen hat der Boss freilich im Fond. Über 12.000 Euro waren allein fällig, damit er sich im Fond räkeln und klimatisieren kann. Das sieht dann wie folgt aus: Er kann von seinem hinteren Einzelsitz aus den Beifahrersitz nach vorne und etwas nach oben schieben. Ich muss dann immer die Kopfstütze abnehmen, sonst wird der Außenspiegel verdeckt. Aus dem Beifahrersessel klappt eine Fußstütze für den hinteren Passagier heraus. Nun stellt Chef seinen Sitz immer flacher und erreicht eine fast liegende Position. Wie im Flugzeug hat er einen Tisch, den er zum Arbeiten aus der Mittelarmlehne ziehen kann. Oder er sucht sich eine von sechs Massagefunktionen aus und nickt darüber ein. Oder er steuert den Monitor vor ihm per Smartphone-App, um Sitze und Entertainment einzustellen. Zu diesem Zweck ist ein Hi-Fi-System von Burmester mit 24 Lautsprechern an Bord, für dessen Gegenwert es schon einen neuen Dacia gäbe. Aber ob der so sensationell klingt?"

"Ich habe mich auch mal in den Fond setzen dürfen. Mit meinen 1,88 liege ich dort mit zu stark angewinkelten Beinen. Daher habe ich die bis maximalen 43,5 Grad Lehnenneigung des Sitzes nicht voll ausgenutzt. Doch auch bei steilerer Lehne ist es bei vorgeschobenem Beifahrersitz sehr angenehm, im gigantischen Fußraum die Beine übereinander zu schlagen. Dazu eines von zwei Hot-Stone-Massageprogrammen im Kreuz, deren Wirkung freilich Mercedes etwas zu sehr über den Klee lobt. Trotzdem: Angesichts dieser Luxus-Lounge braucht es keinen Maybach mehr."

Bei den Motoren ist die Auswahl zum Marktstart noch überschaubar: Zur Dieselversion S 350 Bluetec gesellen sich der S 400 Hybrid und der S 500. In kommenden Monaten ergänzen dann der S 600 mit V12, die AMG-Versionen, der S 300 Diesel-Hybrid mit Vierzylinder und ein Plug-in-Hybrid das Portfolio. Der bisherige S 250 CDI entfällt hingegen, sein Antrieb lebt im erwähnten Diesel-Hybrid weiter.