Kurvenkönig
Nah beieinander sind die beiden Macan Modelle S und GTS auch beim Verbrauch. Porsche nennt im NEFZ minimal 8,7 (Macan S) und 8,8 (Macan GTS). Allerdings ist dabei zu beachten, dass der GTS serienmäßig mit 20-Zoll-Felgen ausgeliefert wird, der Macan S mit 18-Zoll-Alus. In der Praxis spielt der Unterschied ohnehin keine Rolle: Wer Autos in dieser Gewichts-Leistungs-Kombination als Benziner halbwegs flott bewegen möchte, kann mit Werten unterhalb von 10 Litern realistisch nicht rechnen.
Da sich der Macan also nicht bei den Fahrleistungen absetzen kann, muss die Abgrenzung an anderer Stelle geschehen. Porsche versucht eine Nachschärfung über ein anders abgestimmtes Fahrwerk. Dabei kommt auch Porsche nicht an gewissen Gesetzmäßigkeiten vorbei. Soll ein Auto Kurven schneller durcheilen können, ist eine Absenkung des Schwerpunktes eine gute Idee. Also gibt es ab sofort ein SUV mehr, das mit serienmäßiger Tieferlegung auf den Markt kommt. 15 mm liegt der GTS näher am Asphalt als der S. Die Dämpfer sind noch einmal etwas unnachgiebiger als dort, wobei man schon dem Macan S nicht nachsagen kann, ein Softie zu sein. Abgeschlossen wird das Maßnahmenpaket damit, dass der Allradantrieb nun noch mehr Kraft nach hinten schickt.
Das Resultat ist eine nochmals deutlich bessere Querdynamik. Dem Macan GTS gelingt dabei ein perfektes Täuschungsmanöver. Das SUV geht extrem leichtfüßig um die Kurven, lenkt willig ein und zieht mit dem Heck vehement um jede Biegung. Was Porsche da geleistet hat, ist bemerkenswert, denn trotz der noch immer hohen Sitzposition geht der GTS wie ein aufgescheuchtes Wiesel ums Eck. So gut sein Talent zum Geradeausfahren auch sein mag, den wahren Unterschied zum Macans S erfährt man erst auf kurvigem Terrain. Es gibt eine Menge Autos, die, einmal abgesehen vom Leistungsangebot, dort nicht einmal ansatzweise folgen könnten.