Ohne Umweg

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Die höhere Brennraumtemperatur führt auch zu einer enormen Belastung für die Injektoren. Bei der Einspritzung in den Brennraum hätten sie ungleiche höhere Anforderungen, was Druck, Dichtigkeit und Temperatur angeht.

Die auf der Hand liegende Lösung, also Motoren zu entwickeln, die auf Erdgas hin optimiert sind, scheitert an dem klassischen Henne-Ei-Phänomen, dass auch schon den Ausbau des Tanknetzes behindert. Denn die Vorteile von Erdgas als Kraftstoff sind durchaus vielen Menschen bekannt, doch kaufen tut das Konzept kaum einer. Deshalb scheut sich die Industrie davor, Millionen in die Forschung zu stecken, obwohl sich damit kommende CO2-Vorgaben leichter erfüllen ließen. Stattdessen müssen weiter Benziner herhalten, die dann eine zusätzliche Erdgaseinblasung in das Saugrohr bekommen und so auf die Vorteile von Scavenging verzichten müssen.

Dabei wären die Vorteile einer direkten Erdgas-Einblasung gewaltig. Bosch spricht in einer aktuellen Pressemitteilung von bis zu 33 Prozent weniger CO2 als in einem vergleichbaren Benziner. Auch der Ausstoß von Partikeln sei im Vergleich zu konventionellen Motoren, die mit Benzin oder Diesel betrieben werden, deutlich geringer. Dazu rechnen die Forscher damit, dass das Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen um bis zu 60 Prozent höher wäre als bei der jetzigen Saugrohr-Einblasung. Vorraussetzung ist jedoch, dass die Brennverfahren auf Erdgas abgestimmt werden. Dazu will ein breites Bündnis von Firmen gemeinsam einen neuen Injektor entwickeln, der besonders robust und dicht sein soll. Zusätzlich sollen Gemischbildung, Zündung und Abgasnachbehandlung erforscht und für Erdgas optimiert werden.