Elektrodynamik

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Der i3 ist so handlich, wie man es von einem sportlichen BMW gewohnt ist. Das erstaunt um so mehr, als er recht hoch auf der Straße steht und das auch noch auf zwar großen, aber schmalen Reifen der Dimension 155/70 R19 (in der Serie werden später optional sogar noch 20-Zöller angeboten werden). Der Hinterachsantrieb ermöglicht eine von Antriebseinflüssen freie, präzise Lenkung, die mit nur 2,5 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag auskommt. Ideal für die Stadt: der kleine Wendekreis von 9,86 Meter.

Und wie geht "vernünftig"? Schalten wir den Eco-Pro-Modus ein. Normalerweise soll der i3 zwischen 130 und 160 Kilometer weit kommen. Der Asketenschalter verspricht nochmal 20 Kilometer mehr, weil sich die Gaspedalkennlinie ändert und die Klimaanlage runtergeregelt wird. Damit noch nicht genug: Der noch sparsamere Eco-Pro-Plus-Modus soll für weitere 20 Kilometer gut sein. Deutlich schlapper fühlt sich der i3 in "Eco Pro" nicht an und bei den 25 Grad, die heute herrschen, komme ich auch nicht übermäßig in Schwitzen. Umstellen müssen sich allenfalls Extrem-Bleifüße, denn selbst im normalen Modus fährt der i3 "nur" 150 km/h Spitze, weil eine höhere Geschwindigkeit wegen des stark steigenden Luftwiderstands zu viel Reichweite kosten würde. Aber das ist immer noch schneller als die meisten Elektroautos seiner Größe.

Eine Besonderheit ist die starke Bremswirkung, wenn man "vom Gas" geht. BMW hat die Rekuperation so ausgelegt, dass sie bereits mit dem Loslassen des Fahrpedals kräftig einsetzt. Schnell gewöhnt man sich an eine vorausschauende Fahrweise, bei der man kaum noch bremsen muss. "One-Pedal-Feeling” nennen das die BMW-Fachleute. Interessant, zunächst gewöhnungsbedürftig, dann aber vollkommen logisch ist die Tatsache, dass die Bremswirkung bei höheren Geschwindigkeiten geringer ist als bei Langsamfahrt. Wenn man schnell fährt, kann man durch leichte "Gaswegnahme" verbrauchsarm dahin segeln.

Die belederten Schalensitzen vorne bieten guten Halt, auch mit einer Körperlänge von 1,93 Meter bringe ich alle Gliedmaßen bequem unter. Prima: Kein Mitteltunnel stört die Insassen, was mit einem niedrig angeordneten Armaturenbrett ein luftiges Raumgefühl erzeugt. Hinten wird es dann schon enger, ohnehin ist der BMW nur als Viersitzer ausgelegt. Über dem Kopf habe ich zum Dach nur noch einen Hauch von Luft, richtig strecken darf ich mich nicht – aber nicht jeder misst ja 1,93 Meter. Der Kofferraum ist kleiner als der eines BMW 1er, vor allem liegt er wegen der wegen der darunter befindlichen Antriebseinheit höher.