Deutsche Hersteller setzen verstärkt auf Produktion in den USA
Niedrige Lohnkosten
Der bisherige BMW X3, der sich seit der Einführung vor sechs Jahren zu einem Verkaufsschlager entwickelt hat, lief beim Zulieferer Magna-Steyr im österreichischen Graz vom Band. Dort wird jetzt der neue kleine Geländewagen Mini Countryman gebaut. Das US-Werk Spartanburg hatte mit der wichtigen BMW 3er-Reihe begonnen und später auch die Sportwagen Z3 und Z4 produziert. Auch in den USA sind die Lohnkosten im Vergleich zu Deutschland niedrig, was nicht zuletzt an geringeren Sozialbeiträgen liegt. Wenn die Wagen im Land bleiben, fällt für die Hersteller zudem das Wechselkursrisiko weg. Vielleicht am wichtigsten aber: Die Amerikaner schätzen es, wenn ein Unternehmen bei ihnen vor der Haustür produziert. Wohl auch ein Grund für die Entscheidung von Mercedes, die nächste C-Klasse nur noch in den USA fertigen zu lassen. In Tuscaloosa im Bundesstaat Alabama stellen die Schwaben mit rund 3000 Beschäftigten die in den USA beliebten Geländewagen-Baureihen M und GL und die riesige R-Klasse her.
Japaner als Vorbild
Auf diese Weise hatten bereits die Japaner und später die Südkoreaner die Herzen der US-Autofahrer gewonnen. Heute verkaufen Toyota, Honda und Co. schon fast so viele Wagen im Land wie die drei großen US-Hersteller. Bis die deutschen Autobauer bei der Stückzahl in Millionenregionen kommen, ist es aber noch ein weiter Weg. Das ausgebaute Werk soll BMW helfen, die meistverkaufte europäische Premiummarke in den USA zu bleiben. Vor allem in den großen Städten an der Ost- und Westküste sind BMW-Modelle begehrt. Seit Jahresanfang verkauften die Bayern mehr als 157.000 BMW in den Staaten, doch Mercedes holte deutlich auf und liegt nur noch knapp dahinter.