Der Skoda Octavia im Gebrauchtwagen-Check
Solide verarbeitet
Die Karosserie ist gut gegen Rost geschützt, was heute leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Doch wie bei jedem Gebrauchtwagen sollte der Käufer auf einheitliche Spaltmaße achten. Der Octavia ist in dieser Hinsicht präzise zusammengebaut. Ungleichmäßige Abstände zwischen den Karosserieteilen deuten auf einen reparierten Unfallschaden hin.
Bekannte Macken
Zu den wenigen Mängeln des Octavia gehörten schnell korrodierende Klimakondensatoren und CD-Player, die irgendwann keine Musik mehr liefern wollen. Beide Probleme stellte Skoda 2007 ab. Bei älteren Modellen kann man den CD-Spieler mit einer Reinigungs-CD oftmals wieder zum Leben erwecken, denn meistens ist nur die Linse des Lasers verstaubt. Bis 2007 machte auch der Tempomat Probleme, danach verbaute Skoda besser verlötete Module.
Bei Hauptuntersuchungen (HU) fallen überdurchschnittlich viele Octavia mit Mängeln an der Hinterachse auf. Ab einem Alter von sechs Jahren sind häufig die Bremsschläuche porös, so der TÜV. Auch die Antriebswellen und deren Manschetten sind bei immerhin 1,6 Prozent der fünfjährigen Autos bei der HU nicht in Ordnung. Die Auspuffanlage, beim Vorgänger noch häufig vom TÜV beanstandet, ist beim neueren Modell unauffällig. Einen weiteren Mangel kann man dem Auto eigentlich nicht ankreiden. Die Überwachungsvereine monieren beim Octavia überdurchschnittlich häufig falsch eingestellte oder defekte Scheinwerfer. Doch ein Blick auf die Lampen sollte zu den Minimal-Vorbereitungen vor einer HU gehören. Man kann sie jedem Herbst bei zahlreichen Werkstätten kostenfrei überprüfen lassen, die korrekte Einstellung übernehmen sie zumeist gleich mit.
Zuverlässige Sauger
Alle Motoren im Octavia kommen von Volkswagen. Keiner wurde auf dem deutschen Markt über die komplette Laufzeit der Baureihe angeboten. 2004 startete das Angebot mit vier Otto- und zwei Dieselmotoren. Der Basisbenziner mit 1,4 Litern leistete anfangs 75, ab 2006 dann 80 PS. Egal in welcher Ausführung: Insbesondere mit etwas Zuladung an Bord tat sich diese Maschine schwer. Dafür lief sie leiser als der brummige 1,6-Liter-Motor mit 102 PS. Darüber rangiert der 1,6 FSI mit Direkteinspritzung und 115 PS. Alle drei laufen recht zuverlässig, ohne den Tschechen zu beflügeln.
Richtig absetzen von diesem Trio kann sich der 2.0 FSI mit 150 PS. Vergleichsweise leise und durchzugsstark, stellt er die angenehmste Motorisierung der ersten Octavia dieser Generation dar. 2006 kam im RS ein 2,0-Liter mit Turbolader hinzu, der auch im Golf GTI eingesetzt wurde. Seine 200 PS sorgen für äußerst lebendige Fahrleistungen, ohne beim Verbrauch allzu sehr über die Stränge zu schlagen. Im Alltag sind Werte von rund neun Litern normal.
Im November 2007 wurde der 1.8 TSI mit 160 PS ins Programm genommen, der Schritt für Schritt den 2.0 FSI ersetzte. Nach etwas über einem Jahr wurde er schon durch eine gleich starke, verbesserte Version ersetzt. Zu unterscheiden sind die beiden am Motorkennbuchstaben (MKB): alt BZB, neu CDAA. Die neuere Maschine gibt Leistung und Drehmoment über einen breiteren Drehzahlbereich frei und soll im NEFZ statt 7,4 nur 6,9 l/100 km verbrauchen. Bei beiden gab es vereinzelt Ärger mit Turboladern und Steuerketten. In der Praxis liegen die moderneren Maschinen bei etwas über acht Litern, der 2.0 FSI bei rund 8,5 l/100 km.