Der Rekord-Roadster
Es war als hätte die ganze Welt auf dieses Auto gewartet, das eigentlich hauptsächlich für den kalifornischen Markt konzipiert worden war. Die Journalisten überschlugen sich mit Lobeshymnen und die Kunden stürmten die Händler. Mazda hatte selbst in seinen kühnsten Prognosen nicht mit diesem überwältigenden Erfolg gerechnet und kam mit der Produktion nicht hinterer – es waren nur 35.000 Stück für die USA und Japan geplant. In Europa wurde das kleine Cabrio ab 1990 mit der Bezeichnung MX-5 verkauft, das deutsche Kontingent von 2000 Stück war in drei Tagen ausverkauft und für die Lieferverträge wurden absurd hohe Summe geboten, dabei sollte der MX-5 mit 35.500 D-Mark Listenpreis doch ein günstiger Roadster sein. Es dauerte, bis Mazda die Produktion so weit erhöht hatte, dass alle Märkte in ausreichendem Maße bedient werden konnten.
Fahrspaß als Erfolgsgeheimnis
Das Erfolgsgeheimnis des MX-5 lag nicht nur im hübschen Äußeren, sondern auch im Fahrspaß, den der kleine Wagen vermittelte. Die Kombination aus Frontmotor mit Hinterradantrieb, einer fast 50:50-Gewichtsverteilung von Front zu Heck, niedrigem Schwerpunkt und wenig Gewicht machten ihn zum idealen Kurvenflitzer. Dazu konnte der Fahrer noch ganz lässig in wenigen Sekunden das Verdeck öffnen und die Sonne genießen. Zudem erwies sich die Großserientechnik als zuverlässig und haltbar – was man von britischen Roadstern überhaupt nicht gewohnt war.
Das erste MX-5-Modell wurde neun Jahre lang produziert und kam auf überwältigende 431.506 Stück. Die Konkurrenz wollte natürlich auch etwas von dem Kuchen abhaben und entwickelte daraufhin mit Hochdruck ebenfalls zweisitzige Cabrios: BMW Z3, Mercedes SLK, Porsche Boxster, Fiat Barchetta, Rover MGF und Honda S2000 bevölkerten bald den Markt, lediglich der Toyota MR2 konnte von sich behaupten, schon seit 1984 gebaut worden zu sein. Viele Roadster sind längst wieder verschwunden, keiner reichte je an die Stückzahlen des Mazdas heran.
Die zweite MX-5-Generation gab sich erwachsener, mit länglich wirkender Karosserie, obwohl der Wagen fast exakt die gleichen Ausmaße besaß wie der Vorgänger und er verzichtete nun auf die Klappscheinwerfer. Zur Wahl standen zwei Motoren mit 1598 und 1840 Kubikzentimetern Hubraum, die stärkere Variante brachte es auf 140 PS. Das Antriebskonzept wurde natürlich beibehalten und somit die Erfolgsgeschichte fortgeschrieben. Im Jahr 2000 schaffte es der MX-5 ins Guinessbuch als meistgebautes zweisitziges Cabrio der Welt: 531.890 Stück. Immer wieder ließ sich Mazda in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten Sondereditionen des MX-5 einfallen, die den Verkauf zusätzlich anheizten.