Chernobyl30: Beklemmende Bilder aus der Todeszone

Seite 2: RĂĽckblick: Die unmittelbaren Folgen der Katastrophe

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Tschernobyl war der erste Reaktorunfall weltweit, der die Stufe 7 der INES-Klassifizierung erreichte. Das ist die höchste Stufe, also der schlimmstmögliche Unfall (Super-GAU). Ein als unbedenklich angesehener Testlauf geriet in kürzester Zeit völlig außer Kontrolle. Am Ende überhitzte der Reaktor. Mit seiner Explosion wurden große Mengen radioaktiven Materials freigesetzt, die auch im weit entfernten Deutschland noch zu einer erheblichen Strahlenbelastung führten. Die beim Reaktor gelegene Stadt Prypjat wurde komplett geräumt und ist heute eine Geisterstadt. Insgesamt 350.000 Menschen verloren ihre Heimat und mussten umgesiedelt werden.

Das Gebiet im Umkreis von 30 Kilometern um den Reaktor wurde als Sperrgebiet für die Öffentlichkeit geschlossen. Menschen dürfen hier offiziel nicht mehr dauerhaft wohnen. Besucher müssen nach wie vor die Militärkontrollen passieren. Selbstständige Trips in die Sperrzone sind nach wie vor nicht erlaubt. Tschernobyl ist heute ein beliebtes Ziel für Sensationstouristen, welche auf geführten Tagestouren durch die Sperrzone geschleust werden.

Graffiti am Shopping Center in Prybiat

(Bild: Heiko Roith)

Heiko Roith und sein Team hatten keine Tour gebucht. Sie konnten sich mit einer Ausnahmegenehmigung und eigenem Führer relativ frei in der Zone bewegen und Örtlichkeiten fotografieren, die Touristen nicht zugänglich sind.