Car2Go startet in Berlin mit 1000 Smarts
Eine "Weltpremiere" bei Car2Go Berlin ist das bordeigene Touchscreen-Display, auf dem Nutzer ihr eigenes Fahrverhalten nachvollziehen zu können. So werden aus den drei Komponenten Beschleunigung, gleichmäßige Fahrweise und Ausrollen die Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch sowie Schadstoffausstoß berechnet und angezeigt. Per Punktesystem (0 bis 100) wird das Fahrerverhalten bewertet. Zur Visualisierung wachsen oder schrumpfen drei Bäume im Display, Ähnliches hat man schon bei den Hybridmodellen von Honda gesehen. Es ist laut Daimler denkbar, später ein Belohnungsystem daran zu knüpfen, bei dem man sich zum Beispiel Freiminuten "ersparen" kann.
Ab 2013 auch elektrisch
Ab 2013 soll der Fuhrpark mit elektrischen Smarts der dritten Generation ergänzt werden. Sie sollen zu den gleichen Tarifen angeboten werden wie die verbrennungsmotorisch betriebenen Fahrzeuge. Bis es so weit ist, muss Car2Go Deutschland noch kräftig mit möglichen Partner wie Parkhausbetreibern verhandeln, schließlich muss zum Beispiel eine ausreichende Infrastruktur mit Ladepunkten entstehen. Man kann wohl davon ausgehen, dass die Kosten für den Betrieb der Elektro-Smarts im Vergleich höher liegen, hier dürfte Daimler auch von Fördergeldern des Bundes profitieren – Anfang April wurde Berlin/Brandenburg von der Bundesregierung als eines von vier Schaufenstern für Elektromobilität ausgezeichnet.
Der Umstand, dass das Thema Elektromobilität derzeit bei weitem nicht mehr so öffentlichkeitswirksam diskutiert wird wie noch vor ein oder zwei Jahren, kann Daimler eigentlich nur recht sein. Im Car2Go-Spielfeld lassen sich wunderbar Erfahrungen mit dem elektrischen Smart sammeln, weil sie den Kunden nicht für teuer Geld verkauft werden müssen. Die dritte Generation des Smart ed soll im Herbst auf den Markt kommen. Sie wird eine Reichweite von 140 Kilometern haben und eine Geschwindigkeit von über 120 km/h erreichen. Kleine Autogeschichte am Rande: Als der Smart in den 1990er-Jahren entwickelt wurde, war eine Elektrovariante eigentlich fest eingeplant, scheiterte aber unter anderem am Marktpragmatismus von Daimler-Benz. Nun gibt es den Elektro-Smart doch und er wirkt authentischer, komfortabler und leiser als das konventionelle Modell. Kein Wunder: Der tiefe Schwerpunkt durch die Batterie kommt dem Fahrverhalten zugute, der Motor ist sehr leise und die fehlende Schaltung kann nicht durch ihr Nicken nerven. (ggo)