BlueTDI: Saubermann für Amerika

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Der niedrige Verbrauch und die großen Distanzen, die mit einer Tankfüllung zurückgelegt werden können, sollen dem Motor zum Durchbruch in Amerika verhelfen. Auf dem Highway sollen zum Beispiel Reichweiten von bis zu 60 Meilen pro Gallone (das entspricht etwa 3,92 Liter auf 100 Kilometer) erreicht werden, so der Motorenentwickler. Dies entspräche einer Verbesserung von zwölf Prozent im Vergleich zum Pumpe-Düse-Vorgängermotor, der laut VW weder beim Verbrauch noch bei den Emissionen mit dem Neuen mithalten kann.

Ein zentraler Aspekt bei der Entwicklung des Zweiliter-BlueTDI mit einer Leistung von 140 PS und einem Drehmoment von 320 Newtonmeter war die Reduzierung der Stickoxidemissionen (NOx), da die amerikanische BIN5 / LEV2 einen NOx-Grenzwert von lediglich 0,05 g/Meile vorschreibt, pro Kilometer also rund 0,03 g/km. Zum Vergleich: Die Euro 5 fordert vergleichweise bescheidene 0,18 g/km, die für 2014 vorgesehene Euro 6 nach heutigem Diskussionsstand 0,08 g/km. Da die Stickoxidemissionen beim Dieselmotor prinzipbedingt höher ausfallen als bei konventionellen Benzinern, sind die US-Grenzewerte ohne eine Abgasnachbehandlung praktisch nicht einzuhalten.

Die Ingenieure aus Wolfsburg setzten an zwei Stellen an: Zum einen versuchten sie zunächst, die Rohemissionen zu reduzieren, um den verbleibenden Rest soll sich der nachgeschaltete, wartungsfreie NOx-Kat kümmern. Als zwei wesentliche Änderungen nennt VW eine modifizierte Auslegung der Injektoren für den Diesel-Kraftstoff und den Einsatz von Zylinderdrucksensoren. Besonders Letzteres ist eine technisch interessante Neuerung: Zylinderdrucksensoren wünschen sich Motorenentwickler schon seit langem, doch erst in jüngerer Zeit ist es gelungen, sie zu vertretbaren Preisen bei Pkw in Serie zu bringen. Die Sensoren geben Auskunft darüber, welche Drücke im Brennraum gerade herrschen, eine Information, die früher nicht direkt gemessen werden konnte. So lassen sich Rückschlüsse auf den Verbrennungsvorgang und die Emissionen ziehen und somit die „innermotorischen Maßnahmen“ weiter optimieren. Der Zylinderdrucksensor wurde übrigens gemeinsam mit dem Zulieferer Beru entwickelt, der vor allem durch Zündkerzen und Zuheizsysteme bekannt ist, aber auch durch seine Reifendrucksensoren. Der Zylinderdrucksensor ist in den Glühstift integriert und liefert seine Erkenntnisse eigens für jeden Zylinder an die Motorsteuerung weiter.