Blattwerk
Dass der Standardsprint nun um 0,4 Sekunden schneller vonstatten geht und die Höchstgeschwindigkeit sich von 145 auf 144 km/h verringert, dürfte die meisten Fahrer weniger interessieren. Relevanter ist, dass sich das Drehmoment von 280 auf 254 Nm verringert hat, was Nissan natürlich nicht an die große Glocke hängt. Der Fokus bei dieser Maßnahme lag auf der Verbesserung der Motoreffizienz bei optimaler Drehzahl. Dennoch: Wir haben bei der neuen Version in diesem Punkt absolut nichts vermisst. Auch so beschleunigt der Leaf sehr schwungvoll, sodass wirklich Fahrspaß aufkommt.
Dynamischeres Fahrwerk
Auch das Fahrwerk wurde modifiziert. Es ist durch andere Dämpferkennlinien nun dynamischer und straffer abgestimmt. Unsere Fahrten in Oslo und um Oslo herum zeigten, dass hier in der Tat eine Verbesserung gelungen ist. Der Leaf wirkt nicht unkomfortabel. In scharf gefahrenen Kurven jedoch fällt der geringe Seitenhalt der Sitze auf. Nun ja, die meisten Elektrofans werden Kurven selten so schnell nehmen – auch wenn das den Energieverbrauch senkt, denn wer vor der Kurve nicht bremst, braucht danach nicht zu beschleunigen.
Neuer B-Modus
Apropos bremsen: Ein Vorteil von Elektroautos ist, dass wegen der Rekuperation deutlich weniger Verschleiß an den Bremsscheiben auftritt, was gerade bei vorwiegendem Stadteinsatz die Werkstattkosten senkt. Dabei hilft auch der neue B-Modus – B wie bremsen oder break –, in dem der Leaf fühlbar stärker verzögert. Das ist gerade in der Stadt im Stop-and-go-Verkehr praktisch, weil man bei den häufigen Tempowechseln die mechanischen Bremsen weniger benutzen muss. Beim Vorgänger konnte man dies zwar durch Einschalten des Eco-Modus bewirken, allerdings spricht dann der Motor deutlich schwächer auf das Gaspedal an. Auf gut Deutsch: Im Eco-Modus wird der Leaf zur lahmen Krücke. Gut also, dass man die starke Rekuperation nun separat anwählen kann.
Drei Lademöglichkeiten bleiben
Aufgeladen wird der Leaf über einen von zwei Anschlüssen unter der Klappe an der Fahrzeugnase. Der eine ist für das mitgelieferte Ladekabel, mit dem das Auto mit einer Stromstärke von zehn Ampere an der normalen Haushaltssteckdose geladen werden kann. Das dauert allerdings zwölf Stunden. Nissan empfiehlt deshalb die Installation einer Wallbox in der heimischen Garage, die 16 Ampere Ladestrom aushält. Damit wird das Auto in acht Stunden vollständig geladen.