BMW baut Mini mit reinem Elektroantrieb
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Aufladen an der "Wallbox"
Die Aufladezeit des Stromspeichers ist BMW zufolge eng an die im Versorgungsnetz herrschende Spannung und die verfügbare Stromstärke gebunden. Zum Ausstattungsumfang jedes Mini E gehört eine so genannte Wallbox, die in der Garage des Kunden installiert wird. Nach zweieinhalb Stunden an der Wallbox ist die Batterie wieder aufgeladen. Alternative Lademöglichkeiten sieht BMW nicht vor. Wer einen Elektro-Mini ergattern will, muss eine abschließbare Garage oder ein vergleichbares Gebäude mit ausreichender Stromversorgung vorweisen können.
Spurtstark trotz Gewichtszunahme
Der Mini E liegt mit 1465 Kilogramm deutlich über dem Leergewicht eines Mini One, der rund 1100 kg auf die Waage bringt. Dennoch hat der 1,4-Liter-Benziner im Sprint auf Tempo 100 mit 10,9 Sekunden beziehungsweise 12,6 Sekunden bei der Automatikversion deutlich das Nachsehen gegenüber dem Elektroflitzer (8,5 Sekunden). Damit sich der Mini E ähnlich wie seine Kollegen aus der Großserie fährt, haben die Ingenieure sein Fahrwerk modifiziert und die Fahrstabilitätsregelung DSC (Dynamische Stabilitäts Control) angepasst. Die Bremsanlage des Elektro-Mini ist mit einer neu entwickelten elektrischen Unterdruckpumpe ausgestattet. Die elektromechanische Lenkung EPS (Electrical Power Assisted Steering) entspricht hingegen dem auch bei den Serienmodellen eingesetzten System. Zudem ist ein elektrisch betriebener Kompressor für die Klimaanlage an Bord.
Konditionierte Fahrweise
Eine Ladezustandsanzeige hinter dem Lenkrad ersetzt beim Mini E den Drehzahlmesser. Im Mini-typischen Zentralinstrument ist ein zusätzliches Display untergebracht, das mit roten LEDs signalisiert, wie viel Strom momentan entnommen wird, beziehungsweise mit grüner Beleuchtung den Umfang der aktuell durch Rekuperation eingespeisten Energie darstellt. Allein diese relativ simple Anzeige dürfte zu einer effizienteren Fahrweise erziehen. Dies belegen jedenfalls die Erfahrungen, die Teilnehmer des ecomove (Kongress für nachhaltige Mobilität), der in der vergangenen Woche in Berlin stattfand, mit vergleichbaren Anzeigen in Hybridfahrzeugen gesammelt haben.
Wissenschaftliche Auswertung des Alltagsbetriebs
Mit dem Einsatz des Mini E im alltäglichen Straßenverkehr will BMW über die Fahrzeugeigenschaften hinaus das Nutzerverhalten analysieren, um ein möglichst realitätsgetreues Bild von den Anforderungen zu gewinnen, die an das rein elektrisch betriebene Fahrzeug gestellt werden.