Am laufenden Band: 100 Jahre Ford T

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Die Nachfrage übertraf alle Erwartungen. Die Jahresproduktion schnellte bereits 1909 auf 10.600 Einheiten empor – mehr, als alle deutschen Hersteller damals zusammen auf die Räder stellten. 1914 startete Henry Ford I schließlich die Fließbandmontage. Die Idee hierzu, so die Legende, war dem Amerikaner im Chicagoer Schlachthof angesichts der Hängebahnen für Rinderhälften eingefallen. Die Anzahl der im Dreischichtbetrieb gefertigten Fahrzeuge verdoppelte sich schlagartig auf 200.000 Exemplare. Fast zeitgleich erhöhte Henry Ford I den durchschnittlichen Tagesverdienst seiner Beschäftigten von 2,30 auf 5 US-Dollar. Das Model T blieb für viele weitere Jahre Verkaufsschlager und beherrschte nicht nur in den USA – wo jeder zweite Pkw ein Ford war – das Straßenbild. Auch in Europa setzte sich die Blechliesel bald durch.

Die meisten wurden in Schwarz ausgeliefert, weil diese Farbe besonders schnell trocknete. Daraufhin wurde Henry Ford I der berühmte Satz "You can have it in any color as long as it’s black" („Sie können ihn in jeder Farbe haben, sofern es Schwarz ist“) zugeschrieben. Dass es dennoch eine bunte Vielfalt an T-Modellen für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke gegeben hat, zeigt ein Blick in unsere Bildergalerie.

1925 wurde die Ford Motor Company Berlin gegründet. Um Importzölle zu umgehen, richtete das Unternehmen 1926 im Westhafen der Hauptstadt eine Montageproduktion ein, wo bis 1931 pro Tag etwa 50 T-Modelle aus importierten Einzelteilen montiert wurden. Dann wechselte Ford nach Köln-Niehl. Dort schlug Ford ein neues, bis heute andauerndes Kapitel der Unternehmensgeschichte auf. (imp)