50 Jahre Airbus: Bald der größte Flugzeugbauer der Welt?
Seite 3: Mit Boeings Schwäche an die Weltspitze
Zum wahren Verkaufsschlager entwickelten sich die seit den 1980er Jahren gebauten Mittelstreckenjets der A320-Reihe. Ihre Neuauflage A320neo mit größeren, sparsameren Triebwerken jagte der Boeing 737 sogar die Vorherrschaft in dem absatzstärksten Flugzeugsegment ab – die Produktion ist auf Jahre hinweg ausgebucht. Boeing zog mit einer Modernisierung seines Modells nach – doch der Schritt geriet zum Desaster. Maschinen der indonesischen Lion Airline und Etiopian Airlines stürzten ab, 346 Menschen starben, mitverantwortlich soll eine Cockpit-Software sein. Seit Mitte März gilt ein weltweites Flugverbot, die Auslieferungen sind gestoppt, die Produktion gedrosselt.
Beim Rivalen aus Europa zeigt sich dennoch keine Schadenfreude. "Ich bin niemand, der sagt: Das kann uns nicht passieren", sagte der langjährige Airbus-Chef Tom Enders, kurz bevor er die Konzernführung im April an den Franzosen Guillaume Faury übergab. Enders hinterließ seinem Nachfolger allerdings auch eine Menge Arbeit: Korruptionsermittlungen in Großbritannien und Frankreich haben den Konzern in letzter Zeit schwer unter Druck gesetzt.
Letztlich könnte Airbus 2019 erstmals mehr Flugzeuge ausliefern als Boeing. Es wäre ein Sieg mit fadem Beigeschmack. Doch die Europäer hätten trotz Pleiten, Pech und Pannen um den A380 und den verfeuerten Milliarden für den Militärtransporter A400M das Ziel erreicht, im Flugzeuggeschäft an der Weltspitze zu sein.
Der Militär-Airbus A400M (12 Bilder)

(Bild: Airbus)
(olb)