50 Jahre Airbus: Bald der größte Flugzeugbauer der Welt?
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Anfangs fand die Passagiermaschine mit 250 bis 300 Sitzplätzen tatsächlich kaum Abnehmer; und das, obwohl Konkurrent Boeing damals in diesem Segment nichts Vergleichbares zu bieten hatte. CSU-Politiker Franz Josef Strauß, der ab 1970 Aufsichtsratsvorsitzender von Airbus war, warb auf seinen Reisen für den Flieger. Der Durchbruch kam aber erst, als ausgerechnet eine US-amerikanische Fluggesellschaft eine Großbestellung in Auftrag gab.
1979 schlossen sich die Briten Airbus nun doch an – heute hat Airbus fast seinen gesamten Tragflächenbau in Großbritannien gebündelt. Airbus setzte im Laufe der Jahrzehnte wieder technische Akzente, die zwar zunächst umstritten waren, sich aber am Markt durchsetzten. Dazu gehört auch die "fly-by-wire"-Technik bei Passagierflugzeugen. Diese elektronische Flugsteuerung ist heute Standard in modernen Cockpits.
2000 legten Deutschland, Frankreich und Spanien den größten Teil ihrer Geschäfte in der zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrt zusammen – es entstand Europas größter Luftfahrt- und Rüstungskonzern. Das neue Unternehmen hieß European Aeronautic Defense and Space Company – kurz EADS. EADS brachte es allerdings nie zu einer starken Marke und wurde schließlich radikal umgebaut und nach seiner wichtigsten Tochter benannt: Airbus.
GroĂźer Arbeitgeber in Deutschland
In Deutschland hat Airbus sein weltweit zweitgrößtes Werk. In Hamburg-Finkenwerder arbeiten mehr als 13.000 Mitarbeiter am Bau von Verkehrsflugzeugen mit. Dort will Airbus an diesem Mittwoch seine Geburtsstunde auch mit den Mitarbeitern feiern. In Finkenwerder werden zum Beispiel für den Riesen-Jet A380 Teile des Rumpfs produziert sowie die Kabine ausgestattet. Mehr als die Hälfte aller jährlich produzierten Maschinen der A320-Familie stammt aus Hamburg. Insgesamt zählt Airbus in Deutschland mit mehr als 46.000 Beschäftigten an 27 Standorten zu den größten Arbeitgebern.
Auch wenn die Geschichte der Airbus-Gründungsfirmen viel weiter zurückreicht, ist der Konzern selbst nicht einmal halb so alt wie sein Rivale Boeing, der 2016 sein 100-jähriges Bestehen feierte. Doch kurz nach der Jahrtausendwende sammelte Airbus erstmals mehr Bestellungen ein als der US-Konzern. Und im Jahr 2018 rückten die Europäer mit 800 ausgelieferten Verkehrsjets auf nur sechs Maschinen an Boeing heran.
Airbus A380 (13 Bilder)

(Bild: Airbus)
Zu diesem Aufstieg trugen am wenigsten die Riesenflieger vom Typ A380 bei. Bei dem doppelstöckigen Flugzeug, das Anfang des Jahrtausends Boeings Jumbo als weltgrößten Passagierjet ablöste, hatte sich Airbus vielmehr böse verrechnet: Mangels neuer Bestellungen kündigte die Konzernspitze im Februar das Ende der Produktion für das Jahr 2021 an.