Der Alptraum von Fukushima

Seite 4: Chronologie

Inhaltsverzeichnis

Chronologie der Ereignisse im AKW Fukushima I

JST: Japan Standard Time, also Ortszeit; Stand: 28.3.2011 13 Uhr MEZ

Letzte Aktualisierung 11.4.2011

Freitag, 11.3.2011

14:46 JST
Ein unterseeisches Erdbeben östlich von Sendai (Miyagiken-Oki) löst automatische Abschaltung der aktiven Reaktorblöcke 1, 2 und 3 in Fukushima 1 aus.

(Quelle: TEPCO)

15:41 JST
Die Notstrom-Dieselaggregate fallen aus – kein Strom mehr in den Blöcken 1, 2 und 3. Eine Minute später, 15:42, wird Vorfall gemäß Artikel 15, Satz 1, Ausfall des Kühlsystems, festgestellt.
(Quelle: TEPCO)

19:03 JST
Regierungssprecher Yukio Edano gibt bekannt, dass Premierminister Naoto Kan den „nuklearen Notstand“ ausgerufen hat. Zu diesem Zeitpunkt ist offiziell noch kein radioaktives Material ausgetreten.
(Quelle: NISA; BBC)

20:50 JST
Die Evakuierung der – inneren – 3-km-Zone um Fukushima I Daiichi wird angeordnet.
(Quelle: NISA)

Samstag, 12.3.2011

1:00 JST
Nach Angaben von Tepco ist der Druck im Reaktorkessel von Block 1 doppelt so hoch wie normal.
(Quelle: BBC)

5:44 JST
Premierminister Naoto Kan ordnet die Evakuierung der – mittleren – 10-km-Zone um Fukushima I Daiichi an.
(Quelle: NISA)

08:41 JST
Druckentlastung in Block 3.
(Quelle: TEPCO)

11:00 JST
Auch aus Block 2 wird Druck abgelassen.

(Quelle: TEPCO)

14:30 JST
TEPCO hat die Druckentlastung im ĂĽberhitzten Block 1 abgeschlossen.
(Quelle: TEPCO)

15:29 JST
Messungen zeigen, dass die Strahlungsdosis auĂźerhalb des Reaktors die zugelassenen Grenzwerte ĂĽberschritten hat.
(Quelle: BBC)

15:36 JST
Ein Nachbeben erschüttert das Kraftwerk. „Weißer Rauch“ und ein „explosives Geräusch“ werden von Block 1 gemeldet. Auf Außenkameras ist eine Explosion zu sehen, die Dach und obere Wände des Reaktorhauses von Block 1 wegsprengt, so dass nur das Stahlgerüst übrig bleibt. 

(Quelle: TEPCO)

17:10 JST
Japanische Medien berichten, die Aktivität außerhalb des Reaktors sei um das 20-fache gestiegen.
(Quelle: BBC)

18:25 JST
Die Evakuierungszone um Fukushima I Daiichi ist auf einen Radius von 20 km erweitert worden. Laut TV-Sender NHK seien radioaktive Isotope von Cäsium und Jod in der Umgebung des Kraftwerks nachgewiesen worden.
(Quelle: NISA; BBC)

19:35 JST
Spiegel online berichtet von Strahlungsdosen von 1015 Mikrosievert, die in der Umgebung des Kraftwerks von Behörden gemessen worden seien.
(Quelle: Spiegel)

20:20 JST
Die Einleitung von Meerwasser in den Reaktorkessel von Block 1 beginnt. Dem Wasser ist Borsäure beigemischt, um zusätzlich Neutronen zu absorbieren und so weitere Kernspaltungen zu reduzieren (die durch Neutroneneinfang ausgelöst werden).
(Quelle: NISA; TEPCO)

Sonntag, 13.3.2011

0:17 JST
Die japanische Nuklearbehörde stuft den Unfall auf der 8-stufigen Störfallskala (0-7) mit 4 ein.
(Quelle: BBC)

0:40 JST
Die japanische Zeitung Asahi meldet, dass die Brennstäbe in Block 1nur noch zu 1,70 Meter mit Wasser bedeckt seien – mehr als die Hälfte der Brennstäbe liegt damit frei.
(Quelle: Spiegel)

5:10 JST
TEPCO gibt bekannt, dass das NotkĂĽhlsystem auch in Block 3 ausgefallen ist.
(Quelle: TEPCO)

5:58 JST
TEPCO lässt in Block 3 Dampf zur Druckentlastung des Reaktorkessels ab.
(Quelle TEPCO)

8:41 JST
Die Druckentlastung in Block 3 ist abgeschlossen.
(Quelle: TEPCO)

9:08 JST
In Block 3 wird jetzt Frischwasser in den Reaktorkessel gepumpt.
(Quelle: NISA)

11:00 JST
Druckentlastung aus dem Reaktorkern in Block 2 abgeschlossen.
(Quelle: TEPCO)

11:25 JST
AFP zitiert die japanische Regierung, das Ausmaß der Radioaktivität außerhalb des Kraftwerks sei nun Block 3 zuzuschreiben.
(Quelle: BBC)

11:32 JST
Kyodo News zitiert einen Kraftwerks-Operator, die Brennstäbe (in Block 3?) lägen zu 3 Metern frei, unbedeckt von Wasser.
(Quelle: BBC)

12:52 JST
Regierungssprecher Yukio Edano räumt „Möglichkeit, dass eine Kernschmelze stattgefunden hat“, ein. Um 13:26 JST räumt Edano ein, dass es sogar in zwei Blöcken, 1 und 3, Kernschmelzen gegeben haben könnte.
(Quelle: BBC)

13:12 JST
Statt Frischwasser wird in Block 3 nun ebenfalls Meerwasser zur KĂĽhlung verwendet.
(Quelle: NISA)

Montag 14.3.2011

1:10 JST
Die Techniker setzen in Block 1 und Block 3 die Wassereinleitung aus, da das Meerwasser-Reservoir nicht mehr genug Wasser hat.
(Quelle: NISA)

3:20 JST
In Block 3 wird die Meerwassereinleitung wieder aufgenommen.
(Quelle NISA)

11:01 JST
Auch in Block 3 kommt es zu einer Wasserstoffexplosion, die Decke und Teile der Wände des Reaktorgebäudes wegsprengt.
(Quelle: TEPCO)

13:25 JST
Das Notkühlsystem in Block 2 fällt aus. Der Wasserspiegel im Reaktordruckbehälter beginnt rasch zu sinken.
(Quelle: TEPCO)

16:34 JST
Die Einspeisung von Meerwasser in Block 2 beginnt.
(Quelle: Kyodo News)

23:00 JST
Die Brennstäbe im Reaktorkessel von Block 2 liegen vollständig frei, ein GAU wird immer wahrscheinlicher.
(Quelle: Nikkei)

Dienstag, 15.3.2011

6:00 JST
Im Reaktorhaus von Block 4 kommt es an den Lagerbecken der Brennstäbe zur Explosion.
(Quelle: TEPCO)

6:10 JST
Wasserstoffexplosion in Block 2: Laut Betreiberfirma Tepco ist nun auch hier eine Kernschmelze zu befürchten. Dabei ist auch erstmals der Sicherheitsbehälter (Containment) beschädigt worden.
(Quelle: Kyodo News)

8:31 JST
Die Strahlung auf dem Kraftwerksgelände steigt auf 8.217 Mikro-Sievert pro Stunde: das achtfache der jährlich zulässigen Dosisleistung.
(Quelle: Kyodo News)

9:40 JST
In Block 4 ist ein Brand ausgebrochen. vermutlich durch eine weitere Wasserstoffexplosion.
(Quelle: Kyodo News)

10:22 JST
Die Strahlungswerte auf dem Gelände von Fukushima I steigen wieder.
(Quelle: Kyodo News)

11:00 JST
Der Brand in Block 4 ist gelöscht.
(Quelle: IAEA)

16:42 JST
Laut Regierungssprecher Edano gibt es inzwischen auch Probleme mit der Reaktorkühlung der Blöcke 5 und 6, die wegen Wartungsarbeiten zur Zeit des Erdbebens abgeschaltet waren.
(Quelle: Kyodo News)

17:29 JST
Das Wasser in den Brennstabbecken in Block 4 kocht.
(Quelle: Kyodo News)

20:49 JST
Die Strahlenbelastung im Kraftwerk sei inzwischen so hoch, dass das TEPCO-Personal nicht länger in den Leitwarten bleiben könne, meldet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News.
(Quelle; Kyodo News)

22:05 JST
TEPCO schaffe es nicht mehr, die siedenden Abklingbecken von Block 4 mit frischem Wasser zu kĂĽhlen, meldet die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News.
(Quelle; Kyodo News)

Das Institute vor Science and International Security erklärt in einer Lageeinschätzung, der Unfall in Fukushima I sei auf der INES-Störfallskala "nun näher an der Stufe 6, und es könnte unglücklicherweise noch Stufe 7 erreichen". Stufe 7 hat bislang nur der Super-GAU von Tschernobyl erhalten.
(Quelle:
ISIS)

Mittwoch, 16.3.2011

2:55 JST
Die japanische Regierung hat im Umkreis von 30 Kilometern um Fukushima I eine Flugverbotszone verhängt.
(Quelle: Spiegel online, Live Ticker)

5:45 JST
In Block 4 bricht erneut ein Feuer aus, das eine halbe Stunde dauert.
(Quelle: IAEA)

7:30 JST
Die japanischen Behörden melden, dass die Evakuierung der 20-Km-Zone um Fukushima I abgeschlossen ist.
(Quelle: IAEA)

8:28 JST
70 Prozent der Brennstäbe in Block 1 und 33 Prozent in Block 1 seien nach Schätzungen von TEPCO inzwischen beschädigt, meldet die japanische Tageszeitung Nikkei.
(Quelle: Nikkei)

10:00 JST
Auch aus Block 3 steigt wieder Rauch auf.
(Quelle: Kyodo News)

10:40 JST
Die Strahlungswerte am Eingangsgelände liegen jetzt laut NISA bei 10 Millisievert pro Stunde (10.000 Mikrosievert pro Stunde). Eine Dosis von 500 Millisievert kann laut Bundesamt für Strahlenschutz bereits nach einigen Tagen zu gesundheitlichen Schäden führen. 730 von 800 Mitarbeitern des Kraftwerkpersonals sind laut TEPCO aus Fukushima I abgezogen worden.
(Quelle: Nikkei; BfS)

11:40 JST
Auch in den Abklingbecken in den Blöcken 5 und 6 steigt die Temperatur.
(Quelle: JAIF)

13:37 JST
Laut Regierungssprecher Edano könnte auch der Sicherheitsbehälter in Block 3 beschädigt sein.
(Quelle: Kyodo News)

18:25 JST
Arbmee-Hubschrauber müssen Löschversuche an Block 3 wegen zu hoher Strahlungswerte abbrechen.
(Quelle:
Kyodo News )

Donnerstag, 17.3.2011

2:40 JST
Die Strahlungswerte in der Präfektur Fukushima seien 6600 mal so hoch wie normal, zitiert Kyodo News einen Beamten der NISA.
(Quelle: Kyodo News)

10:00 JST
Helikopter kühlen Block 3 nun mit Wasserladungen aus der Luft. Die Strahlungswerte auf dem Kraftwerksgelände sind laut TEPCO immer noch sehr hoch: 3000 Mikrosievert pro Stunde um die zerstörten Reaktorgebäude herum.
(Quelle: Kyodo News)

11:48j JST
Laut Verteidigungsminister Toshimi Kitazaw liegen die Strahlungswerte ca. 100 Meter (300 Fuß) über dem Kraftwerk bei 4,13 Millisievert pro Stunde, in ca. 330 Meter (1000 Fuß) Höhe bei 87,7 Millisievert pro Stunde.
(Quelle: Kyodo News)

15:30 JST
In der Präfektur Fukushima sind 100.000 Menschen an 26 Stationen auf Verstrahlung überprüft worden. Bei sechs Personen hätten die Behörden Radioaktivität festgestellt, die von Gesicht und Händen abgewaschen worden sei, berichtet Kyodo News.
(Quelle: Kyodo News)

20:00 JST
Feuerwehrwagen der Armee beginnen, Block 3 auch vom Boden mit Wasser zu beschießen, um die Brennstäbe in den Abklingbecken zu kühlen.
(Quelle: Kyodo News)

22:28 JST
TEPCO hat nach eigenen Angaben das Kraftwerk wieder an sein Stromnetz angeschlossen, um in Kürze die reguläre Notkühlung in Block 2 wieder in Gang zu bringen.
(Quelle: Nikkei)

Freitag, 18.3.2011

5:00 JST
Laut NISA sind die Strahlungswerte an einem Messpunkt 1 km westlich des Reaktorblocks 2 gesunken: auf 279,4 Mikrosievert pro Stunde. Am Donnerstag hätten sie dort um 20:40 JST noch 292,2 µSv/h betragen, um 12:30 JST sogar 351,4 µSv/h.
(Quelle: Kyodo News 1 und 2)

6:00 JST
Die Temperaturen in den Abklingbecken der Blöcke 5 und 6 weiter: Sie liegen jetzt bei 68,8 bzw. 66,5 Grad Celsius. am Montag lagen sie noch bei 59,7 bzw. 58,0 Grad.
(Quelle: NISA)

14:00 JST
Armee- und Feuerwehreinheiten bespritzen Block 3 wieder mit Wasser, um den Reaktor herunterzukĂĽhlen.
(Quelle: NHK TV)

18:17 JST
Die NISA ändert die Einstufung des Fukushima-GAUs von 4 auf 5 auf der INES-Skala. Auf derselben Stufe wurde 1979 der Atomunfall im US-AKW Three Mile Island bei Harrisburg bewertet.
(Quelle: Kyodo News)

18:40 JST
Die Strahlung einen Kilometer westlich von Block 2 beträgt 292,2 Mikrosievert pro Stunde.
(Quelle: Kyodo News)

Samstag, 19.3.2011

5:00 JST
Mit Hilfe neu angeschlossener Notstrom-Dieselaggregate kann nun die Kühlung der Abklingbecken in den Blöcken 5 und 6 in Angriff genommen. Deren Wassertemperatur ist seit Montag langsam, aber kontinuierlich gestiegen.
(Quelle: NISA)

8:10 JST
Strahlung am Westtor des Kraftwerks beträgt 830,8 Mikrosievert pro Stunde.
(Quelle: JAIF)

12:26 JST
Radioaktive Spaltprodukte aus den Reaktoren von Fukushima I werden erstmals an der WestkĂĽste der USA nachgewiesen.
(Quelle: Kyodo News)

13:30 JST
Das Starkstromkabel zu Block 2 ist fertig verlegt.
(Quelle: NISA)

15:13 JST
In der Präfektur Fukushima werden an Spinat und Milch erhöhte Strahlungswerte gemessen.
(Quelle: Kyodo News; erste Breaking News im Ticker um 15:13 h, mehr dann unter http://english.kyodonews.jp/news/2011/03/79603.html)

22:21 JST
Spuren von radioaktivem Iod seien in Tokio im Trinkwasser nachgewiesen worden, meldet Kyodo News, in Präfekturen Tochigi und Gunma auch Cäsium-137.
(Quelle: Kyodo News)

Sonntag, 20.3.2011

7:00 JST
Die Kühlung der Abklingbecken in den Blöcken 5 und 6: Die Wassertemperatur ist auf 37,1 bzw. 40 Grad Celsius gesunken.
(Quelle: Kyodo News)

8:30 JST
Erstmals wird jetzt auch Wasser in die trocken gefallenen und stark ĂĽberhitzten Abklingbecken von Block 4 gespritzt. Innerhalb von 60 Minuten werden 80 Tonnen nachgefĂĽllt.
(Quelle: Kyodo News)

20:32 JST
Die Lage in den Blöcken 5 und 6 gilt offiziell wieder als "stabil".
(Quelle: Kyodo News)

Montag, 21.3.2011

15:55 JST
Nachdem aus Block 3 grauer Rauch aufsteigt, lässt TEPCO das Kraftwerk evakuieren.
(Quelle: Kyodo News)

18:20 JST
Kurz nachdem der graue Rauch verschwunden ist, steigt nun in Block 2 erneut weiĂźer Rauch auf.
(Quelle: Kyodo News)

19:31 JST
Die japanische Regierung hat laut Kyodo News in vier Präfekturen – darunter Fukushima – den Verkauf von Spinat und einem anderen Blattgemüsen untersagt. Spinat ist derzeit 27 Mal stärker mit Iod-131 belastet als normal.
(Quelle: Kyodo News)

22:52 JST
In insgesamt neun Präfekturen hätten Behörden inzwischen im Trinkwasser radioaktive Spaltprodukte aus den Reaktoren gefunden, meldet Kyodo News. Die japanische Regierung habe den Aktivitätsgrenzwert für eine bedenkliche Kontamination von 6000 auf 100.000 Zerfällen pro Minute – das entspricht 1667 Becquerel – angehoben.
(Quelle: Kyodo News)

Dienstag 22.3.2011

9:21 JST
Die Stromversorgung in Block 1 ist wiederhergestellt.
(Quelle: Kyodo News)

10:20 JST
Laut IAEA ist die Strahlungsbelastung 20 Kilometer vom AKW Fukushima I 1600 Mal höher als normal.
(Quelle: Kyodo News)

16:07 JST
Rettungskräfte melden, dass es ihnen gelungen ist, 18 Tonnen Seewasser in das Abklingbecken von Block 2 zu pumpen. Die Temperatur des Wassers sinkt danach auf 41 Grad Celsius.
(Quelle: MSNBC)

21:50JST
Nach Angaben der Betreibergesellschaft TEPCO sind jetzt alle sechs Reaktorblöcke wieder an eine externe Stromversorgung angeschlossen. Zuletzt wurde Block 3 angeschlossen. Die Stromversorgung der Kontrollräume von Block 3 und 4 soll schon bald abgeschlossen werden. Zunächst müssen jedoch die Verbraucher überprüft werden.
(Quelle: Kyodo News)

Mittwoch 23.3.2011

14:00 JST
Nach IAEA Informationen liegen erste Dosisleistungen für das Containment und die Kondensationskammer in den Blöcken 1-3 für die Anlagen in Fukushima Daiichi vor:

Fukushima Daiichi Containment Kondensationskammer
Block 1: 46 SV/h; 31,6 SV/h
Block 2: 52 SV/h; 1,8 SV/h
Block 3: 60,5 SV/h; 1,75 SV/h

16:20 JST
Über Block 3 wird erneut schwarzer Rauch gesichtet. Die Ursache ist unklar. Es soll keinen Explosionslärm gegeben haben. Die Arbeiter, die an Block 3 und 4 beschäftigt sind, werden abgezogen.
(Quelle: Kyodo News)

Donnerstag 24.3.2011

4:20 JST
Seit 23:30 ist der schwarze Rauch ĂĽber Block 3 zurĂĽckgegangen. Um 4:50 ist kein Rauch mehr sichtbar.
(Quelle: NISA)

5:35 JST
Die Bespeisung des Abklingbeckens von Block 3 mit Meerwasser wird fortgesetzt.
(Quelle: GRS)

18:00 JST
Drei Arbeiter kommen bei Verkabelungsarbeiten in Block 3 mit kontaminiertem Wasser in Berührung und werden dabei schwer verstrahlt. Zwei der Arbeiter werden später in ein Krankenhaus gebracht. Sie seien einer Dosis von bis zu 180 Millisievert ausgesetzt gewesen, meldet Kyodo News unter Berufung auf die NISA einige Stunden später. Das Wasser ist ein Indiz dafür, dass der Sicherheitsbehälter in Block 3 leck ist.
(Quelle: Kyodo News)

18:05 JST
Das Zwischenlager erhält eine externe Stromversorgung. Der Kühlbetrieb des Zwischenlagerbeckens wird wieder aufgenommen.
(Quelle GRS)

21:55 JST
Das japanische Gesundheitsministerium gibt Entwarnung bezĂĽglich des Trinkwassers in Tokio. Nach den letzten vorliegenden Messungen soll die Belastung des Trinkwassers mit radioaktivem Jod jetzt bei 79 Bequerel pro Kilogramm liegen. Am Tag zuvor waren Spitzenwerte von 173 Bequerel pro Kilogramm gemessen worden. Das Gesundheitsministerium hatte daraufhin empfohlen, Kleinkindern kein Trinkwasser zu geben.
(Quelle: World Nuclear News)

Freitag 25.3.2011

13:44 JST
NISA-Sprecher Hidehiko Nishiyama erklärt angesichts des in Block 3 gefundenen radioaktiven Wassers auf einer Pressekonferenz: "Im Moment legen unsere Überwachungsdaten nahe, dass in Reaktorblock 3 einige Eindämmungsfunktionen intakt sind, aber es ist gut möglich, dass der Reaktor beschädigt worden ist." ("At present, our monitoring data suggest the (No. 3) reactor retains certain containment functions, but there is a good chance that the reactor has been damaged.'')
TEPCO vermutet allerdings, dass Brennelemente im Reaktor oder im Brennelementlagerbecken beschädigt sind und stark kontaminiertes Wasser ins Maschinenhaus über ein Leck gelangt ist. Inzwischen sind Entwässerungsarbeiten im Maschinenhaus im Gange (seit 10:25 JST).
(Quellen GRS und Kyodo News)

Samstag 26.3.2011

13:17 JST
Laut NISA sind in Meerwasserproben, die südlich der Reaktoren entnommen wurden, stark erhöhte Iod-131-Konzentrationen festgestellt worden. Sie liegen 1250 Mal höher als normal.
(Quelle: Kyodo News)

15:31 JST
In allen vier Reaktorblöcken stehe radioaktives Wasser, meldet Kyodo News: In Block 1 40 Zentimeter hoch, in Block 2 einen Meter, in Block 3 1,50 Meter und in Block 4 80 Zentimeter.
(Quelle: Kyodo News)

Sonntag 27.3.2011

6:00 JST
Die Meerwasser-Einspeisung in die Reaktordruckbehälter der Blöcken 1 bis 3 wird schrittweise durch eine Süßwasser-Einspeisung ersetzt, da Experten befürchten, dass sich Rohre, Pumpen und Ventile mit Salzablagerungen zusetzen könnten.
(Quelle: NISA; Kyodo News)

12:00 JST
Kyodo News meldet unter Berufung auf TEPCO, in den Wasserlachen in Block 2 sei eine Dosisleistung von 1000 Millisievert (1 Sievert) pro Stunde gemessen worden – 10 Millionen mal höher als normal und knapp ein Viertel der Dosis LD-50 (bei die Hälfte aller Verstrahlten binnen eines Monats stirbt). Am Abend korrigiert TEPCO den Wert auf 10 Millisievert pro Stunde.
Unter den stark strahlenden Materialien im Wasser soll sich auch Jod 134 mit einer Halbwertszeit von 53 Minuten befinden. Das Austreten von Jod 134 wĂĽrde auf einen noch immer laufende Kernspaltung hindeuten. Die Arbeiter an Block 1,2 und 3 werden sofort abgezogen.
(Quelle: Kyodo News; GRS)

Montag 28.3.2011

13:13 JST
Das radioaktiv belastete Wasser in Reaktorblock 2 sei die Folge einer teilweisen Kernschmelze, sagt Regierungssprecher Edano auf einer Pressekonferenz.
(Quelle: Kyodo News)

15:30 JST
Die Atomausichtsbehörde NISA veröffentlicht eine Pressemitteilung, der zu Folge die jüngsten Strahlenmessungen von TEPCO falsch sind. Zwar wird die Dosisleistung bestätigt, in den Proben soll sich aber kein Jod 134 befunden haben. Die Falschmessung sei zustande gekommen, weil die Arbeiter sofort nach dem Ablesen der hohen Strahlungswerte abgezogen worden waren. Sie hätten deshalb keine Zeit gehabt, eine zweite Messung zur Überprüfung durchzuführen.
(Quelle: NISA, TEPCO)

Dienstag 29.3.2011

TEPCO gibt bekannt, dass bereits am 21. und 22.3. im Boden des Kraftwerkskomplexes Fukushima Daiichi Plutonium 238, Plutonoim 239 und Plutonium 240 gefunden worden ist. Laut dem veröffentlichten Messprotokoll liegen die höchsten gemessenen Aktivitäten, die in 500 bis 750 Metern Entfernung von Block 1 und 2 gemessen wurden, bei 1,2 Bequerel pro Kilogramm.
(Quelle: TEPCO)

Mittwoch 30.3.2011

14:48 JST
Laut NISA ist im Meerwasser vor Fukushima erneut eine stark ansteigende Konzentration von Iod 131 gemessen worden. Sie soll das 3355fache des gesetzlich zugelassenen Konzentration von 300 Bequerel pro Liter betragen. Die genaue Quelle der Strahlenbelastung ist laut NISA noch immer unklar. Die Behörde vermutet jedoch, dass Wasser aus den Reaktorblöcken "irgendwie" ins Meer gelangt sind. Eine gesundheitliche Belastung schloss der NISA-Sprecher auf Grund der kurzen Halbwertszeit und starken Verdünnung des radioaktiven Iods jedoch weiterhin aus.
(Quelle: Kyodo News)

17:49 JST
Regierungssprecher Yukio Edano geht davon aus, dass alle sechs Reaktoren des Krafwerks Fukushima 1 abgeschaltet bleiben. Die Betreibergesellschaft TEPCO hatte kurz zuvor darĂĽber spekuliert, dass nur die Reaktoren 1-4 dauerhaft abgeschaltet werden mĂĽssten.
(Quelle: Kyodo News)

Der US-Atomexperte Richard T. Lahey will nach einem Bericht des britischen Guardian in den bisher veröffentlichten Daten Hinweise darauf gefunden haben, dass der Reaktordruckbehälter von Block 2 bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Brennelement-Schmelze nicht mehr vollständig zurückhalten konnte. Lahey vermutet, dass geschmolzenes Material entlang der unteren Rohrleitungen aus dem Reaktordruckbehälter gedrückt worden, und dann auf den Boden des Beton-Sicherheitsbehälters gefallen ist.
(Quelle: IEEE Spectrum)

Donnerstag 31.3.2011

17:15 JST
Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Im Grundwasser unter Block 1 wird eine dramatisch erhöhte Konzentration von Iod-131 festgestellt. Sie sei 10.000 Mal höher als normal, meldet Kyodo News zunächst. Später heißt es, der Messwert sei in dieser Höhe falsch, ein anderer wird aber nicht genannt. Bestätigt wird nur, die Iod-131 sei viel zu hoch. TEPCO-Sprecher Nishiyama entschuldigt sich für den zweiten Datenpatzer innerhalb von nur einer Woche.
(Quelle: Kyodo News)

Greenpeace veröffentlicht Luftaufnahmen der Blöcke 1-4, die von Wärmebildkameras gemacht worden sind. Die Bilder stammen vom Betreiber TEPCO, der sie aber nicht zur Veröffentlichung freigeben wollte. Nach Ansicht der Greenpeace-Experten deuten die Bilder darauf hin, dass in Block 3 einzelne "Brocken" Kernbrennstoff im Reaktorgebäude verteilt sind - sich also nicht mehr im Reaktordruckbehälter befinden.
(Quelle: Greenpeace)

Freitag, 1.4.2011

15:00 JST
TEPCO lässt nun versuchsweise Kunstharz über das Zwischenlager versprühen. Damit will der Betreiber radioaktive Teilchen in den zerstörten Reaktorhäusern binden, um zu verhindern, dass sie aufgewirbelt werdend in die Luft gelangen.
(Quelle: GRS)

15:58 JST
Aus einem Schiff der US-Marine wird Frischwasser für die weitere Kühlung der Reaktoren in einen Auffangbehälter auf dem Kraftwerksgelände gepumpt. Wegen eines fehlerhaften Schlauchs muss die Aktion aber wieder ausgesetzt werden.
(Quelle: GRS)

22:39 JST
Die japanische Regierung und TEPCO kündigen an, Stickstoff in die havarierten Reaktorblöcke einzuleiten, um weitere Wasserstoffexplosionen zu verhindern. Da die Brennstäbe seit den Wasserstoffexplosionen der ersten Tage unverändert teilweise freiliegen, dürfte sich neues Wasserstoffgas nachbilden.
(Quelle: Kyodo News)

Samstag, 2.4.2011

9:05 JST
TEPCO hat vier provisorische KĂĽhlwasserpumpen aufgebaut, die mit Meerwasser das offenbar doch noch umlaufende Frischwasser kĂĽhlen sollen.
(Quelle: NHK, GRS)

18:40 JST
TEPCO bestätigt, dass durch einen 20 Zentimeter langen Riss im Betonsockel von Block 2 radioaktives Wasser mit einer Strahlenbelastung von 1000 Millisievert pro Stunde ins Meer geflossen ist.
(Quelle: Kyodo News)

16:40 JST
Das am Morgen wieder aufgenommene Umpumpen von Frischwasser aus einem US-Kriegsschiff ist abgeschlossen.
(Quelle: GRS)

Sonntag, 3.4.2011

14:55 JST
In einem der Maschinenhäuser werden die Leichen von zwei Arbeitern gefunden, die seit dem Erdbeben vermisst worden waren. TEPCO erwägt nun, das Leck in Block 2 mit einem pulverförmigen Polymer zu bekämpfen, das das 50-fache seines Eigenvolumens an Wasser absorbieren kann.
(Quelle: Kyodo News)

Montag, 4.4.2011

19:00 JST
TEPCO beginnt, 10.000 Tonnen schwach radioaktiv belastetes Wasser aus der zentralen Wasseraufbereitung ins Meer zu pumpen. Zwei Stunden später werden 1.500 Tonnen belastetes Wasser aus den Blöcken 5 und 6 ins Meer abgelassen. Die Maßnahme soll Platz für das stark kontaminierte Wasser in Block 2 schaffen.
(Quelle: GRS)

Dienstag, 5.4.2011

15:58 JST
Laut der Nuklearaufsichtsbehörde NISA befinden sich in den drei Reaktorenblöcken 60.000 Tonnen radioaktives Wasser, die entfernt werden müssen.
(Quelle: Kyodo News)

Mittwoch, 6.4.2011

22:30 JST
TEPCO beginnt mit der Einleitung von Stickstoff in das Containment von Block 1 um weitere Wasserstoffexplosionen zu verhindern.
(Quelle: TEPCO)

23:32 JST
66 Kilometer östlich der Region Miyagi ereignet sich das bislang stärkste Nachbeben mit einer Stärke von 7,1. TEPCO erklärt später, das Beben habe "keine neuen Probleme" in den Blöcken 1 bis 6 von Fukushima I verursacht.

Probleme entstehen jedoch anderweitig: Die Kernkraftwerke Onagawa und Higashidori werden durch das Beben vom Stromnetz getrennt. Folge: Die Notstromversorgung springt offenbar nicht sogleich vollständig an, denn die Kühlsysteme in den Abklingbecken in beiden AKWs fallen 20 bzw. 80 Minuten aus. In den drei Reaktorblöcken von Onagawa ist durch die Erschütterung des Bebens außerdem radioaktives Wasser aus den Becken auf den Flur geschwappt. In Block 1 sollen es 3,8 Liter gewesen sein, die eine Aktivitätskonzentration von 5410 Becquerel pro Kilogramm aufweisen.
(Quelle: Kyodo News und Kyodo News)

Freitag, 8.4.2011


3:30 JST
Das AKW Higashidori ist wieder am Netz, so dass die Notstromversorgung abgeschaltet werden kann. Onagawa folgt kurze Zeit später.
(Quelle: Kyodo News)

Samstag, 9.4.2011

12:20 JST
An Block 2 haben Bauarbeiten fĂĽr eine Stahlbarriere begonnen, die das weitere Auslaufen von kontaminiertem Wasser aus dem Reaktor ins Meer verhindern soll.
(Quelle: Kyodo News)

Montag, 11.4.2011

Nach Angaben der Aufsichtsbehörde NISA sind bislang insgesamt 9070 Tonnen radioaktives Wasser in den Pazifik geleitet worden. Die NISA hat Fukushima-Betreiber TEPCO am Morgen die Genehmigung erteilt, 700 Tonnen kontaminiertes Wasser aus Reaktorblock 2 in ein Auffangbecken zu pumpen.
(Quelle: Kyodo News)

17:16 JST
Ein erneutes schweres Nachbeben erschütter den Nordosten Japans. Das Epizentrum liegt diesmal an Land, etwa 100 Kilometer südwestlich von Fukushima I (Stärke: 6,7 laut GFZ, 7,1 laut USGS). Die externe Stromversorgung der Reaktorblöcke 1 und 2 soll dadurch ausgefallen sein, berichtet Kyodo News.
(Quelle: Kyodo News Ticker)

17:51 JST
Die japanische Regierung hat die Ausweitung der Evakuierungszone von 20 auf 30 Kilometer um Fukushima I angeordnet. Bisher hatten Bewohner, die zwischen 20 und 30 Kilometer vom AKW entfernt waren, in ihren Häusern bleiben dürfen.
(Quelle: Kyodo News)

Dienstag, 12.4.2011
Die japanische Regierung stuft den Fukushima-Unfall ab sofort als Ereignis der Stufe 7 auf der internationalen INES-Skala ein. Als Begründung für die Hochstufung von 4 auf 7 wird die Menge an radioaktivem Material genannt, die seit dem 11. März vermutlich frei gesetzt worden ist. Nach Schätzungen von Experten sind das zwischen 370.000 und 630.000 Terabequerel.
(Quelle: Kyodo News)

Sonntag, 17.4.2011

21:43 JST
Die Betreibergesellschaft TEPCO veröffentlicht eine Roadmap für die Sicherung der havarierten Reaktoren. Demnach soll es noch mindestens sechs Monate dauern, bis die Blöcke 1-3 einen "cold shutdown"-Status erreicht haben. Die nächsten drei Monate werde es voraussichtlich brauchen, um die weitere Freisetzung von radioaktivem Material - überwiegend kontaminiertes Wasser - unter Kontrolle zu bringen.
(Quelle: TEPCO)

Donnerstag, 21.4.2011

17:40 JST
Premierminister Naoto Kan hat die Umgebung von Fukushima I in einem Umkreis von 20 Kilometern zur Sperrzone erklärt. Das Aufenthaltsverbot soll ab Mitternacht gelten.
(Quelle: Kyodo News)

Wird fortgefĂĽhrt. (nbo)