Test: Dacia Duster dCi 110
Nicht so recht überzeugt hat uns auch das Multimediasystem, dass Dacia in der teuersten Ausstattungslinie kostenlos dazureicht. In der Comfort-Version muss es mit 500 Euro extra bezahlt werden, was wir nicht empfehlen würden: Das Display ist bei hellem Sonnenlicht nicht gut abzulesen und reagiert nur widerwillig auf Eingaben. Grafik der Navikarte, Funktionsumfang, allgemeines Tempo und Klang stellen allenfalls dann zufrieden, wenn man ähnlich teure Doppel-DIN-Geräte von namenhaften Marken wie Pioneer oder Kenwood nicht kennt. Das geht heute alles sehr viel besser, doch auch hier unterstellen wir dem typischen Dacia-Eigner einen gewissen Pragmatismus: Eine kostenlose App wie Here führt sicher zum Ziel und ist auch dieser Werkslösung überlegen – erst recht, wenn man ihr noch eine Onlineverbindung spendiert.
Funktionale Macken
Viel zu bedienen gibt es auch im vollausgestatteten Dacia nicht. Dennoch leistet sich das Auto ein paar funktionale Macken, die zumindest gewöhnungsbedürftig sind. Der Tempomat wird zwischen den Sitzen ein- und ausgeschaltet. Das wiegt allerdings nicht schwer, denn einmal eingeschaltet bleibt er stets empfangsbereit. Den Bordcomputer stellt man mit den Tasten zurück, mit denen man sich auch durch das Menü arbeitet. Darauf muss man erst einmal kommen.
Seine Anzeige für die restliche Reichweite signalisiert diese in Zehn-Kilometer-Schritten, was eigentlich zur Beruhigung ganz sinnvoll ist. Allerdings agiert sie trotzdem so hektisch wie die in der Mercedes C-Klasse. Wenn sich eine solche Anzeige auf einer gleichmäßigen Fahrt über die Landstraße innerhalb einer Distanz von 30 km um teilweise 40 km nach oben korrigieren muss, stellt sich hier wie dort die Frage, wie sinnvoll sie ist.
Die drei Klangregler sind nicht etwa unter dem Menüpunkt „Ton“, sondern unter „Bal/Fad“. Schnell gewöhnt man sich hingegen an die Fernbedienung hinter dem Lenkrad, die Renault in ganz ähnlicher Form schon seit Jahrzehnten verbaut.
Uncharmante Erinnerung
Eine Höhenverstellung für die Scheinwerfer ist Pflicht. Doch muss die Bedienung dafür wirklich auf Höhe des Schienbeins sein? Auch die Klimaautomatik agierte im Testwagen seltsam: Wird die Temperatur hochgedreht, wird das Gebläsestufe reduziert, die ausströmende Luft bleibt aber gefühlt kalt. Zudem macht sich der Eco-Modus stark bemerkbar: Das Gebläse bleibt dann viel zurückhaltender als im Normal-Modus. Die hinteren Kopfstützen liefern eine ganz uncharmante Erinnerung daran, sie korrekt einzustellen, denn andernfalls drücken sie ziemlich unangenehm zwischen den Schulterblättern.
Auslaufmodell
Der Duster wird aktuell mit zwei Benzinern und zwei Dieselmotoren angeboten. Den von uns gefahrenen Diesel mit 109 PS gibt es in drei Konfigurationen: Allrad mit Schaltgetriebe und Frontantrieb mit Schalt- oder Doppelkupplungsgetriebe. Letztere Version stand uns für diesen Test zur Verfügung. Die Maschine ist in dieser Form ein Auslaufmodell, allerdings ein sympathisches. Technisch ist sie vergleichsweise simpel aufgebaut: Grauguss-Block, eine Nockenwelle, acht Ventile.