MIT Technology Review 6/2017
S. 20
Aktuell

GÜTERVERKEHR

Schick und schnell

Im Logistikzentrum werden die Einzelwagen des Next Generation Train Cargo vollautomatisch be- und entladen.
Mit seiner schnittigen Verkleidung kann der NGT Cargo bis zu 400 km/h schnell fahren. Renderings: DLR

Stromlinienförmig, bis zu 400 Kilometer pro Stunde schnell und mit selbstfahrenden und kuppelnden Einzelwagen, so stellen sich Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in ihrer Studie Next Generation Train (NGT) Cargo den Güterzug der Zukunft vor. Die Waggons verfügen über einen eigenen elektrischen Antrieb samt Batterien, die beim Bremsen geladen werden. So können sie völlig autonom in Häfen, Umschlagsbahnhöfe oder Logistikterminals (Bild oben) hineinfahren und dort automatisch be- und entladen werden.

Durch seine aerodynamische Verkleidung hat NGT Cargo einen deutlich geringeren Windwiderstand und ist viel leiser als heutige Güterzüge. Auf Neubaustrecken wären mit dem Design Geschwindigkeiten von bis zu 400 Kilometer pro Stunde möglich, auf bestehenden Bahnstrecken 160 bis 200. Vor allem aber das automatische Zusammenstellen und Auflösen der Zugverbände würde den Güterverkehr erheblich beschleunigen. Denn die heutige Durchschnittsgeschwindigkeit von Güterzügen in Deutschland beträgt gerade einmal 18 Kilometer pro Stunde, vor allem, weil die Rangierarbeiten sehr aufwendig sind. Obendrein verursachen sie 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten.

Mit den Zukunftszügen ließe sich auch die Kapazität der Bahnstrecken deutlich erhöhen. Dank automatischer Steuerung lassen sie sich virtuell koppeln, wie es die DLR-Forscher nennen. Dabei fahren mehrere Züge in festem Abstand im Verbund. Bisher darf sich aus Sicherheitsgründen immer nur ein Zug in einem kilometerlangen Streckenabschnitt befinden. KARSTEN SCHÄFER

watchlist politik

Geld für US-Forschung

Der erste US-Haushalt unterPräsident Trump macht weniger Einschnitte bei Wissenschaft und Forschung als befürchtet. Der Kongress hat sogar höhere Mittel für das Wissenschaftsbüro des Energieministeriums, die Forschungsagentur ARPA-E und die Nasa durchgesetzt.

Umweltzonen für Frankreich

Nach Paris haben seit April auch Grenoble und Lyon eine Umweltzone. Weitere Städte sollen folgen. Auch ausländische Autofahrer müssen sich für diese Orte vorab eine Vignette besorgen.

DigitalPflicht für Radios

Laut Gesetzentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums dürfen hochwertige Radios künftig nur noch verkauft werden, wenn sie „standardisierte digitale Signale“ empfangen können – etwa Internetradio oder DAB+.

Schranken für Amazon

Die EU hat sich mit Amazon auf eine Lockerung der E-Book-Verträge geeinigt. Bisher mussten sich Verlage, die ihre E-Books über Amazon vertreiben wollten, dazu verpflichten, Amazon mindestens ebenso gute Konditionen wie konkurrierenden Plattformen anzubieten. Die EU sah darin einen Missbrauch der Marktmacht. Amazon will nun auf diese Konditionen verzichten.

Gesetz für autonome Autos

Der Bundesrat hat dem Gesetz für selbstfahrende Autos zugestimmt. Dabei hat er die Haftungsregelungen gegenüber früheren Entwürfen präzisiert: Beim autonomen Fahren haftet demnach normalerweise der Hersteller. Der Fahrer ist nur dann für einen Unfall verantwortlich, wenn er trotz Aufforderung durch den Autopiloten das Steuer nicht übernommen hat.