GÜTERVERKEHR
Schick und schnell
Stromlinienförmig, bis zu 400 Kilometer pro Stunde schnell und mit selbstfahrenden und kuppelnden Einzelwagen, so stellen sich Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in ihrer Studie Next Generation Train (NGT) Cargo den Güterzug der Zukunft vor. Die Waggons verfügen über einen eigenen elektrischen Antrieb samt Batterien, die beim Bremsen geladen werden. So können sie völlig autonom in Häfen, Umschlagsbahnhöfe oder Logistikterminals (Bild oben) hineinfahren und dort automatisch be- und entladen werden.
Durch seine aerodynamische Verkleidung hat NGT Cargo einen deutlich geringeren Windwiderstand und ist viel leiser als heutige Güterzüge. Auf Neubaustrecken wären mit dem Design Geschwindigkeiten von bis zu 400 Kilometer pro Stunde möglich, auf bestehenden Bahnstrecken 160 bis 200. Vor allem aber das automatische Zusammenstellen und Auflösen der Zugverbände würde den Güterverkehr erheblich beschleunigen. Denn die heutige Durchschnittsgeschwindigkeit von Güterzügen in Deutschland beträgt gerade einmal 18 Kilometer pro Stunde, vor allem, weil die Rangierarbeiten sehr aufwendig sind. Obendrein verursachen sie 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten.
Mit den Zukunftszügen ließe sich auch die Kapazität der Bahnstrecken deutlich erhöhen. Dank automatischer Steuerung lassen sie sich virtuell koppeln, wie es die DLR-Forscher nennen. Dabei fahren mehrere Züge in festem Abstand im Verbund. Bisher darf sich aus Sicherheitsgründen immer nur ein Zug in einem kilometerlangen Streckenabschnitt befinden. KARSTEN SCHÄFER