Black Power
Ein Start-up hat Stromspeicher entwickelt, die viermal so viel leisten wie herkömmliche Superkondensatoren. Der Schlüssel: das gehypte Graphen. Nun startet die Produktion in Deutschland.
Inmitten der ganzen Honoratioren wirken Taavi Madiberk und Oliver Ahlberg fast wie Schuljungs, die ihre Eltern auf eine Feier begleiten dürfen. Dabei spielen die beiden estnischen Gründer des Start-ups Skeleton Technologies hier die Hauptrolle. In Großröhrsdorf, etwa 30 Kilometer nordöstlich von Dresden, haben sie für 6,2 Millionen Euro eine Fabrik für Ultrakondensatoren aufgebaut, die mit Hoffnung geradezu überschüttet wird. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich war 2013 selbst nach Tallinn gereist, um für den Standort zu werben. „Damit sind viele neue Arbeitsplätze in einer Branche mit großem Potenzial verbunden“, sagte er zur Eröffnung der Fabrik Ende März. CEO Madiberk weiß diese Hoffnungen zu bedienen: „In sieben Jahren werden wir führend auf einem Milliardenmarkt sein“, sagt er. Derzeit sei die Nachfrage zehnmal so hoch wie das Angebot.
Im Verhältnis zu ihrem Gewicht können Kondensatoren zwar nicht so viel Energie speichern wie Batterien („Energiedichte“), diese aber sehr viel schneller aufnehmen und abgeben („Leistungsdichte“). Ultrakondensatoren oder „Ultracaps“ wiederum sind Varianten mit relativ hoher Energiedichte. Hier will Skeleton neue Maßstäbe gesetzt haben: Mit knapp 10 Wattstunden pro Kilogramm erreichen ihre Produkte etwa die doppelte Energiedichte herkömmlicher Doppelschichtkondensatoren.