Der neue Volks-Wagen
Lange waren die städtischen Hinterhoffabriken nahezu ausgestorben. Nun kehren sie zurück – als Hightech-Variante für maßgeschneiderte Produkte.
Man nehme einen Hinterhof, 3D-Drucker, CAD-Programme und engagierte Kunden – fertig ist der Gegenentwurf zu den monströsen herkömmlichen Fabriken mit ihren stark normierten Abläufen. Pionier solcher „Microfactorys“ ist der US-Autobauer Local Motors. Er baut seine Wagen vor allem in kleinen, dezentralen Werkstätten zusammen. „Mitte bis Ende 2016“ will Local Motors in Berlin seine erste Mikrofabrik hierzulande eröffnen. Entsprechende Flächen würden gerade geprüft, sagt Europa-Manager Florian Feise. Es wäre die fünfte Microfactory von Local Motors weltweit nach Las Vegas, Phoenix, Cristal City und Knoxville. Gut hundert weitere sollen in den nächsten zehn Jahren folgen.
Die Mission von Firmenchef Jay Rogers ist so simpel wie ambitioniert: der Welt maßgeschneiderte Mobilitätslösungen bringen. Weil sich die Bedingungen von Ort zu Ort stark unterscheiden, sieht auch die beste Lösung für jede Stadt und jede Region anders aus. Für Berlin hat Local Motors eigens einen Wettbewerb ausgeschrieben. Sieger wurde der autonome Elektrokleinbus Berlino 3.0. Die ersten Prototypen sollen künftig in der Berliner Microfactory 3.0 produziert werden.