MIT Technology Review 1/2016
S. 38
Horizonte
Vorschau 2016

Größer, weiter, billiger

Die Falcon Heavy von SpaceX ist die größte jemals von einem privaten Raumfahrtunternehmen entwickelte Rakete. Im Frühjahr 2016 soll sie erstmals ins All aufbrechen.

Im Kopf der Falcon Heavy ist Platzfür die Nutzlast. Im All klappt die Hülle auf. Rendering: SpaceX

SpaceX, die Weltraumfirma des südafrikanischen Milliardärs Elon Musk, will alles anders, alles besser machen – zumindest im Vergleich mit den alteingesessenen Raumfahrtkonzernen. SpaceX baut billigere Raketen, versucht sich an Fließbandproduktion, setzt auf wiederverwendbare Raketenteile. 2016 nun will Musk beweisen, dass er seine Versprechen auch bei interplanetaren Raketen einlösen kann. Dann soll die Falcon Heavy, das neue Flaggschiff von SpaceX, zu ihrem ersten Flug aufbrechen. Als „mächtigste Rakete der Welt“ preist das Raumfahrtunternehmen seinen Hoffnungsträger an. Befeuert von insgesamt 27 einzelnen Triebwerken, soll das Schwergewicht bis zu 53 Tonnen in einen niedrigen Erdorbit wuchten können – mehr als doppelt so viel wie die europäische Ariane 5 oder die amerikanische Delta IV Heavy – und das lediglich zu einem Drittel der Kosten. So zumindest lautet das Versprechen von Elon Musk.

Bereits die kleinere Falcon 9 hatte in den vergangenen Jahren den Satellitenmarkt aufgemischt und lukrative Regierungsaufträge an Land gezogen. Sollte nun der Erstflug der Falcon Heavy gelingen, wäre SpaceX erstmals in der Lage, auch große Telekommunikationssatelliten sowie die orbitalen Späher der US-Geheimdienste zu transportieren. Aber das soll ohnehin nur ein erster Schritt sein. Die Rakete ist so ausgelegt, dass sie eines Tages Menschen zum Mond oder sogar zum Mars bringen könnte.

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