Mac & i 6/2025
S. 122
Developer’s Corner
Digital Markets Act
Bild: Cathrin Kapell / KI / heise medien

Wie Apple die EU-Regeln untergräbt

Der Digital Markets Act soll die Marktmacht großer Techkonzerne begrenzen und den Wettbewerb fördern. Apple musste reagieren – doch wie wirken sich die Regelungen in der Praxis aus? App-Entwickler schildern Mac & i, warum alternative App-Stores und externe Zahlungsanbieter für sie weitgehend unattraktiv sind.

Von Inge Schwabe

Die Europäische Union will mit dem Digital Markets Act (DMA) die Marktmacht von Techgiganten wie Apple brechen. Er eröffnet Entwicklern neue Vertriebs- und Zahlungswege. Doch obwohl die Regulierung von 2022 vorsieht, dass Apple alternative App-Stores zulassen muss, stellt das Unternehmen einige Hürden auf. Apple beharrt etwa darauf, jede App weiterhin zu prüfen, und das neue Gebührensystem ist ein komplexes Gebilde. Und so haben sich seit Inkrafttreten des DMA im März 2024 noch kaum neue App-Stores etabliert. AltStore PAL und Setapp Mobile, zwei Marktplätze, die bereits auf macOS beliebt sind, sind für die EU nun auch auf dem iPhone präsent. AltStore plant auch eine Ausdehnung auf weitere Weltregionen. Mit dem mobivention App marketplace des deutschen Unternehmens Mobivention gibt es ein Angebot, das sich auf Geschäftskunden spezialisiert hat. Zudem ist der Epic Games Store nach den langen Fortnite-Streitereien mit Apple nun als eigener App-Laden auf iOS aktiv.

Alternative App-Stores: Nische statt Revolution

Was Apple bislang konsequent blockiert hat, macht der DMA nun möglich: Entwickler können ihre iOS-Apps erstmals beispielsweise über eine Website, einen alternativen App-Marktplatz oder über eine andere App bewerben und zur Installation anbieten. Grundsätzlich begrüßen Entwickler gegenüber Mac & i zwar die neue Möglichkeit. Doch in der Praxis bieten sich dafür kaum Anreize. Technisch und organisatorisch erhöht die Einarbeitung in neue Plattformen den Aufwand. Einen eigenen Marktplatz zu etablieren, kostet Zeit und Geld, und für Solo-Entwickler sind die hohen Hürden praktisch unüberwindbar. Nicht zuletzt macht auch die Beschränkung auf die EU den Aufwand für alternative Vertriebswege kommerziell unattraktiv. Der Entwickler Thomas Sillmann findet die potenziell höheren Margen zwar verlockend; er sieht aber auch, dass sie für ihn als Selbstständigen mit deutlich mehr Aufwand einhergehen. Daher hält er den Vertrieb über den App Store für einfacher, verlässlicher und vor allem sicherer und die Abgabe für gerechtfertigt.

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