„Unberechenbar und willkürlich“
Offiziell schwieg Apple auf der WWDC zum Thema EU-Regulierung. Doch intern soll es brodeln. Warum sich der Konzern immer mehr über die EU ärgert.
Schönes neues Feature – aber gibt es das auch in der EU?“ Europäische Apple-Nutzer stellen sich diese Frage zunehmend. Bis heute warten Mac-Besitzer zum Beispiel auf iPhone-Mirroring, das vor einem Jahr vorgestellt wurde. Und die Live-Aktivitäten-Widgets des iPhones, die in macOS 26 Tahoe auch auf dem Mac angezeigt werden sollen (siehe Seite 20), werden EU-Kunden erstmal nicht zu Gesicht bekommen. Grund ist, dass dieses Feature eng mit der iPhone-Fernsteuerung verknüpft ist. Das Schicksal weiterer neu vorgestellter Funktionen ist dem Vernehmen nach noch unklar. Apple soll sich hierzu in Gesprächen mit der EU-Kommission befinden.
Der Regulierungsdruck durch die EU-Kommission hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Mit dem Digital Markets Act wurde der rechtliche Rahmen geschaffen, der jetzt für anhaltenden Streit sorgt. Zuletzt machten neue Vorgaben Schlagzeilen, die Apple dazu zwingen sollen, seine Betriebssysteme und Geräte für Mitbewerber und andere Produkte zu öffnen. Unter dem Oberbegriff Interoperabilität geht es etwa darum, den Einrichtungsprozess der AirPods auch für andere Hersteller bereitzustellen oder AirDrop-ähnliche Datentransfers für alternative Anbieter zu öffnen.