Verzockt: Wie Apple von China (zu) abhängig wurde
Seit Apples Existenzkrise 1996 setzt das Unternehmen konsequent auf Outsourcing, vor allem nach China. Diese Entwicklung ist nur schwer umzukehren – auch wenn die US-Regierung Tim Cook mit Zöllen umzustimmen versucht.
In China arbeiten nach Angaben von Apple rund 1,4 Millionen Menschen in Fabriken, in denen das iPhone, das iPad, die Macs und andere Apple-Geräte sowie die dafür notwendigen Komponenten hergestellt werden. Allein im größten Werk in Zhengzhou, das als „iPhone City“ bekannt ist, sind während der Hauptproduktionszeit rund 350.000 Menschen beschäftigt. In der Hochsaison, etwa vor dem Launch eines neuen iPhones, werden regelmäßig Zehntausende zusätzliche Saisonarbeiter eingestellt – beispielsweise 2024 rund 50.000 neue Arbeitskräfte für die iPhone-16-Produktion.
Der Aufbau der Lieferkette in China und anderen asiatischen Ländern ist das Lebenswerk des heutigen Apple-Chefs Tim Cook. Der gebürtige Texaner war 1998 von Firmenmitbegründer Steve Jobs vom PC-Hersteller Compaq abgeworben worden. Dort war er für die Beschaffung und das Management des Produktinventars zuständig. Von Jobs erhielt Cook damals den Auftrag, die Produktion der Apple-Produkte auf neue Füße zu stellen und das Unternehmen vor dem finanziellen Ruin zu retten.