Chatfunkgerät
Mobiler Meshtastic-Node im Eigenbau
Die Software Meshtastic erlaubt über das Funkprotokoll LoRa Chats und Telemetrie über große Distanzen, ganz ohne Internet. Fertige Geräte für das Open-Source-Projekt gibt es mittlerweile, doch wer einen 3D-Drucker zur Verfügung hat, kann etwas Geld sparen. Wir stellen ein einsteigertaugliches Projekt vor.
Fällt die Elektrizität großflächig aus, wie Ende April zuletzt in Spanien und Portugal, sind nach kurzer Zeit auch Telekommunikationsnetze betroffen. Große Verteilerzentren fangen sich zwar mit USVs und Generatoren ab, doch für Mobilfunk und Festnetz gilt dies oft nicht. Die Schnittstellen für Smartphones, Notebooks und andere Endgeräte sind meist nach Minuten ausgefallen, und plötzlich wird die Kommunikationsreichweite von der Lautstärke der eigenen Stimme begrenzt.
Wer für so einen Fall vorsorgen will, muss sich um netzunabhängige Kommunikationskanäle kümmern. Eine Möglichkeit: Meshtastic. Das quelloffene und kostenfreie Softwareprojekt ermöglicht mithilfe günstiger LoRa-Bastelplatinchen verschlüsselte Chats und Telemetrie, also zum Beispiel Positions- und Temperaturdaten. Durch Sichtverbindungen, oder „Hops“ über weitere Meshtastic-Nodes kann die Reichweite Dutzende Kilometer betragen. Bedient wird es unter anderem per Smartphone-App, die über Bluetooth mit dem Meshtastic-Platinchen alias Node spricht. Eine Lizenz braucht man nicht, denn LoRa nutzt in der Europäischen Union allgemein zugeteilte Frequenzbänder bei 868 MHz und 433 MHz; in Deutschland hat sich 868 MHz als Standard etabliert.