c't Retro 2018
S. 94
Homecomputer & Spiele
ZX Spectrum: Hardware
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Volksgummi

Wie der Sinclair ZX Spectrum mit günstiger Hardware die Massen eroberte

Auf dem Schulhof belächelten ihn viele wegen seiner Radiergummitasten. Mit seinem günstigen Preis wurde der ZX Spectrum trotzdem einer der beliebtesten Heimcomputer der 1980er-Jahre.

Wer in Deutschland von einem Heimcomputer sprach, meinte meistens den Commodore 64. In Großbritannien machte jedoch ein eher verspielt aussehendes Kästchen im Taschenbuchformat Furore. Die Rede ist vom Sinclair ZX Spectrum. Sein Erfinder Clive Sinclair erhielt dafür von der Queen den Adelstitel „Sir“ und Margaret Thatcher schenkte dem japanischen Premierminister einen Sinclair-Computer als Symbol britischer Ingenieurskunst.

Zwar erreichte der von vielen Besitzern liebevoll „Speccy“ genannte ZX Spectrum in Deutschland nicht ganz die Popularität des „Brotkastens“ aus den USA. Dafür kostete er nur ein Drittel des C64. So hängte er die gesamte übrige, oft leistungsfähigere 8-Bit-Konkurrenz von Atari, Amstrad/Schneider, Dragon oder Texas Instruments ab.

Für den US-amerikanischen Markt gab es eine lizenzierte Version unter der Bezeichnung „Timex Sinclair 2068“, die wegen stark modifizierter Hardware aber nicht sonderlich kompatibel zu Software mit Maschinencode war. Daneben entstanden jede Menge Klone in Osteuropa, Russland, Japan und sogar Brasilien. Auch aufgrund seines einfachen Aufbaus war der Spectrum wohl der meistkopierte Computer vor dem IBM PC.

1982 brachte Sinclair Research Ltd. den ZX Spectrum als Nachfolger der zuvor erschienenen Einsteigercomputer ZX80 (1979) und ZX81 (1980, beide wahlweise als Bausatz) auf den Markt. Die Entwicklung des Geräts, das zuerst ZX82 heißen sollte, erfolgte relativ hastig. Die BBC hatte nämlich eine TV-Serie zur Heimcomputertechnik geplant und suchte ein passendes Modell. Per Ausschreibung bewarben sich mehrere Firmen – ein lukratives Geschäft, da der BBC-Computer auch zum Standardgerät in britischen Schulen werden sollte. Den Zuschlag bekam der ehemalige Sinclair-Mitarbeiter Chris Curry mit seiner Firma Acorn. Dennoch erreichten dessen BBC Micro und der folgende Acorn Electron bei Weitem nicht die Popularität des weitaus günstigeren Sinclair Spectrum: Während der BBC Micro für 399 britische Pfund (heute etwa 800 Euro) verkauft wurde, ging der Spectrum 48K für etwas mehr als die Hälfte über den Ladentisch.

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