Systemd: Lennart Poettering möchte das Home-Verzeichnis modernisieren
Seite 2: Historisch gewachsene Probleme
Zur Umsetzung ihrer Pläne mussten die Systemd-Entwickler allerhand historisch gewachsene Probleme lösen, die aus der zu anfangs erwähnten mangelnden Flexibilität der in die Jahre gekommenen Unix-Standards entstanden sind. Etwa die Tatsache, dass der User Identifier (UID) eines Anwenders auf jedem Linux-System anders und an die Home-Partition gekoppelt ist. Systemd muss also die UIDs auf einzelnen Systemen nachhalten und mit der UID eines portablen Home-Verzeichnisses abgleichen, um sicherzustellen, dass diese alle denselben Nutzer repräsentieren. Hinzukommt, dass UIDs traditionell nicht unterschiedlich genug sind, weil sie nie dazu gedacht waren, Nutzer über verschiedene Systeme hinweg zu identifizieren. Falls es zu einer UID-Kollision auf einem System kommt, muss Systemd deswegen dem Nutzer eine neue UID zuteilen und die zu dem Nutzer gehörigen Dateirechte entsprechend anpassen.
(Bild:Â Lennart Poettering)
Aber auch weitere Nutzerdaten, die nicht direkt vom Linux-Kernel, sondern von anderen Systemkomponenten verwaltet werden, machen Probleme. Etwa Zugangsdaten und Krypto-Schlüssel für Remote-Verbindungen. Diese werden laut Poettering in allerhand "Nebenschauplatz-Datenbanken" gespeichert. Systemd muss diese Metadaten erkennen und mit ihnen entsprechend umgehen, beziehungsweise sie an anderen Stellen speichern als sonst üblich. Dafür haben die Entwickler User Records implementiert, die das JSON-Format nutzen und unter anderem als .identity-Dateien gespeichert werden können. Allerdings sind einige der Probleme sind noch nicht für alle Einsatzzwecke gelöst. Poettering und seine Kollegen wollen sich allerdings zuerst auf die Nutzungsgewohnheiten von Laptop-Anwendern konzentrieren. (ovw)