Sturm und Drang
Herzstück der jüngsten Turbo-Generation ist der bereits aus dem Vorgänger bekannte Sechszylinder-Boxermotor im Heck mit 3,8 Litern Hubraum, Benzindirekteinspritzung und zweifacher Turboaufladung. Im Sport- und Sport-Plus-Modus steht eine Overboost-Funktion zur Verfügung. Für maximal 20 Sekunden erhöht sich im mittleren Drehzahlbereich der Ladedruck um rund 0,15 bar und gleichzeitig das maximale Drehmoment von 700 auf 750 Nm. Über eine sich gelb-orange einfärbende Performance-Anzeige im Multifunktionsdisplay kann der Fahrer diesen Vorgang optisch mitverfolgen. Zahlreiche Maßnahmen wie das Start-Stopp-System mit Motorabschaltung bereits im Ausrollen, die Segelfunktion sowie das neue Thermomanagement helfen dabei, trotz Leistungssteigerung den Verbrauch zumindest im NEFZ deutlich zu reduzieren – auf 9,7 Liter. Der Realverbrauch kann ohne große Mühen auf den doppelten Wert gebracht werden.
Hinterachslenkung
Damit der 911 Turbo S so satt und unaufgeregt auf der Straße liegen kann, wie er das am Bilster Berg unter Beweis stellt, haben sich die Ingenieure einiges einfallen lassen. Da sind zum einen der im Vergleich zum Vorgänger längere Radstand und die breitere Spur. Da ist zum anderen die aktive Wankstabilisierung, die in Kurven die Seitenneigung auf ein Minimum reduziert. Außerdem sind jetzt größere (20 statt 19 Zoll) und breitere Räder montiert. Gleichfalls für erhöhte Fahrdynamik sorgt der serienmäßige Allradantrieb mit elektro-hydraulisch gesteuerter Lamellenkupplung, der die Antriebskraft noch variabel zwischen Hinter- und Vorderachse verteilt.
Eine Neuentwicklung ist die Allradlenkung. Die Hinterräder können hier um bis zu 2,8 Grad einlenken. Erfolgt das entgegen der Richtung der Vorderräder, wird der Wagen in Kurven noch agiler und vor allem wendiger. Das hilft beim Rangieren, mit 10,6 Meter fällt der Wendekreis entsprechend klein aus. Ab einer Geschwindigkeit von 80 km/h lenken die Hinterräder dann in die gleiche Richtung wie vorne. Das sorgt für ein schnelleres Einleiten der Richtungsänderung und mehr Stabilität beim Spurwechsel. Ebenfalls der Fahrstabilität zugute kommt eine weitere Neuheit, die adaptiven Spoilersysteme an Front und Heck. Adaptiv heißt, sie sind nicht starr, sondern ausfahrbar und passen sich automatisch unterschiedlichen Fahrsituationen an. Vorne bewerkstelligt das eine in drei Stufen ausklappbare Gummilippe. Der Heckflügel kann ebenfalls dreistufig ausfahren.
Dicke Backen
Optisch ist der Unterschied zum 911 Carrera offensichtlich. Dazu tragen große Kühlluftöffnungen in der Frontschürze und in den hinteren Kotflügeln ebenso bei wie die dickeren Backen. Die Radhäuser sind 28 Millimeter breiter als beim Carrera 4 und sogar 72 Millimeter ausladender als bei den Carrera-Modellen. Weitere Erkennungsmerkmale sind neue Felgen und die Abgasanlage mit vier eckigen Endrohren. Die Einrichtung im hochwertig und immer mit Leder ausgekleideten Innenraum ist überwiegend aus den anderen Elfer-Modellen bekannt. Es gibt bequeme Sportsitze, die nach vorne ansteigende Mittelkonsole und fünf Rundinstrumente. Dem Turbo S vorbehalten ist eine Bi-Color-Ausstattung in Schwarz und Carrera-Rot.