Spotify vs. Apple: Die Vorwürfe im Faktencheck

Seite 2: Spotifys weitere Vorwürfe gegen Apple

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"Wenn Apple glaubt, dass unsere App sich nicht an ihre einseitig aufgelegten Einschränkungen hält, dann werden Bug-Fixes und App-Verbesserungen routinemäßig abgelehnt", schreibt Spotify.

Wenn Apple einen Regelverstoß sieht, werden Updates abgelehnt – das gilt nicht nur für Spotify. Entwickler klagen regelmäßig und seit vielen Jahren über Ablehnungen. Zugleich hat Apple es mit dem Prozedere geschafft, den App Store über mehr als zehn Jahre weitestgehend frei von Malware zu halten. Ob Spotify besonders häufig und gezielt blockiert wurde, bleibt unklar. Während Spotify derartige Vorwürfe bereits seit längerem auch öffentlich vorbringt, hat sich Apple zu dem Thema bislang nicht geäußert.

"Apple lässt uns nicht auf dem HomePod", schreibt Spotify – auch die Steuerung per Siri sei nicht möglich, ähnliches gelte für die Apple Watch.

Apples HomePod unterstützt nur Apple Music direkt, andere Dienst werden bislang nicht berücksichtigt. Hier gibt es nur den Umweg über AirPlay: Dann muss beispielsweise Spotify vom iPhone aus auf den Lautsprecher gestreamt werden.

Spotify-Chef Daniel Ek ist durch einen Live-Stream auf einem Bildschirm bei einer Presse-Veranstaltung in Berlin zu sehen.

(Bild: dpa, Jörg Carstensen/Archiv)

Die Steuerung von Audio-Apps per Siri ist bislang nur in sehr eingeschränkter Form möglich, allerdings ist Apples Sprachassistenzsystem in Hinblick auf Dritt-Apps sowieso sehr limitiert, nur eine gute Handvoll bestimmter Anwendungsfälle wird unterstützt (darunter Textnachrichten, Überweisungen, Fotosuche etwa).

iOS 12 öffnet Siri etwas weiter, dafür müssen Nutzer bestimmten Funktionen aber umständlich jeweils einen Sprachbefehl zuweisen.

Auch die Apple Watch ist generell immer noch sehr eingeschränkt, was App-Funktionen angeht. Erst seit der aktuellen Version watchOS 5 können Audio-Apps überhaupt im Hintergrund laufen. Ein Streaming wie es Apple Music möglich ist, bleibt derzeit für Dritt-Apps aber ausgeklammert.

Apples strikte Vorgaben für In-App-Käufe bestehen nahezu unverändert seit 2011. Schon nach der Einführung gab es Proteste von Inhalteanbietern und auch die US-Kartellbehörde und EU-Kommission beobachteten das Vorgehen damals – zu Ermittlungen kam es offenbar nicht. Eine besonders umstrittene Vorgabe in Form einer Meistbegünstigtenklausel strich der Konzern schon mehrere Monate nach der Einführung: Ursprünglich mussten die Anbieter ihre in der App vertriebenen Inhalte dort nämlich "zum gleichen oder niedrigeren Preis" feilbieten – dies ist seitdem nicht mehr der Fall.

Hinsichtlich der starren Umsatzaufteilung von 70/30 lenkte Apple erst 2016 ein. Seitdem gilt die 85/15-Regel für wiederkehrende Abos: Ab dem zweiten Jahr gehen dann 15 Prozent statt 30 Prozent an Apple.

Nun ist die EU-Kommission am Zug, bislang hat nur Spotify eine Beschwerde eingereicht. Der Streaming-Dienst Deezer teilte mit, man unterstütze zwar die Position von Spotify, plane weder eine eigene Beschwerde noch ein gemeinsames Vorgehen mit dem Marktführer. (lbe)