Ervolksmodell
Unsere Empfehlung, wenn es nicht zwingend ein Navi sein muss: die "Swing" genannte CD-Anlage mit SD-Karteneinschub. Auch die ab der mittleren Ausstattung "Ambition" serienmäßige Klimaanlage liegt für uns in Sachen Bedienung vor der Klimaautomatik. Bei dieser stören die zu kleinen Zahlen und eine Vielzahl an Tasten. Keine Zweifel lässt die gute Verarbeitung des Kommandostands, die verwendeten Kunststoffe gehen absolut in Ordnung, Chromleisten werten das Interieur zusätzlich auf. Abgerundet wird alles durch bequeme Sitze für Fahrer und Beifahrer.
Alles aufgeladen
Unter der Haube des neuen Octavia arbeiten jetzt nur noch Turbomotoren. Das TSI-Angebot reicht von 86 bis 180 PS, für Diesel-Freunde stehen Motoren mit 105 oder 150 PS bereit. In Arbeit sind bereits Erdgas-Varianten und eine heiße RS-Version. Für unsere Testfahrt wählten wir den beliebten 1.6 TDI mit 105 Pferdestärken. In niedrigen Drehzahlen dringt eine brummige Note ans Ohr, in die sich deutlich vernehmbar das Diesel-Laufgeräusch mischt. Das lang übersetzte Fünfgang-Schaltgetriebe ermöglicht bei Tempo 130 kultiviertes Dahingleiten. Schaltfaules Fahren in der Stadt ist kaum möglich, man muss zum exakt geführten Knüppel greifen. Wer diesen Griff scheut, für den hält Skoda ein DSG mit sieben Stufen bereit. Ein Blick in die technischen Daten bestätigt den subjektiven Eindruck: Zwischen 1500 und 2700 Umdrehungen steht das maximale Drehmoment von 230 Nm an. Damit kommt der Octavia 1.6 TDI flott voran, auch bei höheren Geschwindigkeiten kann der Motor noch zulegen, er verhungert nicht in der langen Übersetzung.
Exklusive Hinterachse
Gut gelungen ist den Ingenieuren in Mlada Boleslav das Zusammenspiel von Lenkung und Fahrwerk. Anders als bei manchen VW-Modellen bleibt die Lenkung auch in der Mittellage verbindlich und bietet exakte Rückmeldung. Gegen Aufpreis hält Skoda eine Fahrprofilauswahl mit Normal-, Sport- und Eco-Modus bereit. Wirklich spürbar anders ist jedoch nur das Sport-Profil, bei dem die geschärfte Lenkung ein noch präziseres Einlenken ermöglicht. Kaum wahrnehmbar sind hingegen die Eingriffe in die Motorsteuerung, unbedingt nötig ist dieses Extra nicht. In Sachen Fahrwerk setzt Skoda auf eine doppelte Lösung: Nur der stärkste Benziner bekommt die neue Mehrlenkerachse, alle anderen Modelle müssen sich mit einer überarbeiteten Verbundlenkerachse begnügen. Doch die einfache Lösung macht ihren Job gut: Auf schlechten Straßen werden Schlaglöcher akzeptabel gedämpft, sie sind jedoch akustisch vernehmbar. Erst bei wirklich groben Schäden im Pflaster werden Stöße nach innen weitergereicht. Im direkten Vergleich mit dem Mehrlenkersystem fallen bis auf ein etwas geschmeidigeres Abrollen keine radikal spürbaren Unterschiede auf.
Hoher Überland-Verbrauch
Lediglich 3,8 Liter Durchschnittsverbrauch verspricht Skoda für den Octavia 1.6 TDI, dabei hilft unter anderem eine Start-Stopp-Automatik. Nach etwa 150 Kilometern auf Autobahn und Landstraße steht der Bordcomputer allerdings bei 6,4 Liter, ein Wert, der sich mit eingefahrenem Auto wohl noch unterbieten lassen wird.
Günstiger Einstieg
Ein Kapitel, das viele Skoda-Freunde sehr interessiert, sind die Kosten. Drei Ausstattungen stehen zur Wahl, die Basis namens Active bietet zwar ein Radio, elektrische Fensterheber vorne und neun Airbags, aber auch nicht viel mehr. Deshalb lohnt sich der Griff zur nächsthöheren Ambition-Linie. Hier sind die wichtigsten Extras inklusive, darunter eine Klimaanlage, Nebelscheinwerfer, hintere Fensterheber, ein CD-Radio mit SD-Slot, ein Bordcomputer, Parksensoren hinten und ein Tempomat. Leider ist eine Sitzheizung vorne nur in Verbindung mit der Klimaautomatik erhältlich. Viele neue Assistenzsysteme im Octavia greifen darüber hinaus den Geldbeutel an. Die Spanne reicht vom automatischen Einparken, einer Verkehrszeichenerkennung, einem Spurhalteassistenten bis zur adaptiven Abstandsregelung.
Volksnah beim Einstiegspreis
Über den Preis des gefahrenen 1.6 TDI schweigt sich Skoda vorerst noch aus. Einziger bekannter Anhaltspunkt ist der Preis für das Einstiegsmodell mit 86 PS starkem Benziner von 15.990 Euro. Damit bleibt der Octavia volksnah. Überraschend ist der Blick zum knapp 20 Zentimeter kürzeren Skoda Rapid: Mit dem gleichen Motor und vergleichbarer Ausstattung ist er lediglich 340 Euro billiger als der Octavia. Deutlich mehr muss man hingegen für den technisch mit dem Octavia verwandten, aber etwas besser ausgestatteten VW Golf hinblättern. Der viertürige Golf 1.2 TSI kostet 17.875 Euro, bringt aber schon ab Werk eine Klimaanlage und hintere Fensterheber mit.