Skoda Octavia Facelift

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Überarbeitet wurden auch die Infotainmentsysteme, genauer gesagt deren Front. Sie gleicht nun der im Kodiaq. Ein kapazitives Display im Glasdesign, welches schon auf leichte Berührung reagieren soll, haben nun alle Radios. Unterschiede gibt es freilich noch in der Diagonale: Nur das Topmodell „Columbus“ bekommt einen 9,2-Zoll-Bildschirm. Nur dort gibt es auch einen Wlan-Hotspot und einen LTE-Empfänger. Ein Rückschritt aus unserer Sicht ist der Verzicht auf einen Drehregler für die Lautstärke. Die wird künftig über Tasten seitlich vom Display verändert.

Kleinere Veränderungen gibt es bei den Motoren, wobei sich Skoda noch nicht komplett in die Karten schauen lässt. An der Basis bleibt es beim 1.2 TSI mit 86 PS – ein leiser Motor, den im Octavia bisher kaum einer wollte. Darüber hat der Wechsel hin zum Dreizylinder schon in diesem Jahr stattgefunden – der 1.2 TSI mit 110 PS wurde durch einen Dreizylinder mit 115 PS ersetzt. Der hat uns in Golf und Leon insgesamt gut gefallen, fiel allerdings im sparsam gedämmten Seat nicht gerade mit ausgesprochener Laufkultur aus – genau das konnte der 1.2 TSI besser.

Reichlich Verspätung hat der neue 1.5 TSI mit 150 PS und Zylinderabschaltung. Er wurde Anfang 2016 vorgestellt, kommt in den Skoda aber erst ab der Kalenderwoche 22/2017. Die ersten Facelift-Modelle des Octavia bekommen also wie gehabt einen 1.4 TSI mit 150 PS ohne Zylinderabschaltung. Vorläufig bleibt der 180-PS-Benziner das stärkste Angebot, wobei wir spätestens im Frühjahr 2017 mit einem Octavia RS rechnen. Entgegen ersten Gerüchten soll der nicht mehr Leistung bekommen, wie Skoda uns auf Nachfrage bestätigte. Zum Start des aktuellen RS war Skoda von der starken Nachfrage überrascht, was zu langen Lieferzeiten führte – diesen Fehler wird man wohl nicht wiederholen. Künftig dürfte ein höherer RS-Anteil fest eingeplant sein. Unverändert im Programm bleibt die Erdgas-Version mit 110 PS, die im Test mit sehr niedrigen Kraftstoffkosten glänzte. Spannend wird es bei der Frage, ob Skoda bei den Benzinern schon einen Partikelfilter einsetzt, der mit der Einführung der Abgasnorm Euro 6c Pflicht wird. Ein solcher Filter ist nicht teuer, und der Konzern hätte hier die Möglichkeit, Vorreiter zu sein. Ob man die Chance nutzt, steht noch nicht fest.

Bei den Dieselmotoren bleibt fast alles so, wie es war. An der Basis gibt es einen 90-PS-TDI, darüber einen leicht überarbeiteten 1,6-Liter-Motor, der dann 115 statt wie bisher 110 PS leistet. Die Zweiliter-Diesel mit 150 und 184 PS bleiben unverändert im Programm. Den 190-PS-TDI, der in Superb und Kodiaq schon seit einiger Zeit angeboten wird, bekommt der Octavia vorerst nicht.

Die Limousine kostet derzeit mindestens 17.150 Euro, der hierzulande ungleich beliebtere Combi 17.850 Euro aufwärts. Noch steht nicht fest, was die überarbeitete Version kosten soll, mit größeren Aufschlägen ist allerdings nicht zu rechnen. Denn trotz aller sonstigen Qualitäten gehört ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis noch immer zu den Kerntugenden des pragmatischen Octavias. Bestellt werden kann die neue Version noch in diesem Jahr, ausgeliefert soll dann ab Anfang 2017 werden.

(mfz)