Intelligent chauffiert

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Der Umgang mit den unvorstellbaren Datenmengen, die dabei entstehen ist ein sehr heikles Thema, das Hersteller und Behörden in Zukunft weit mehr beschäftigen wird, als ihnen lieb sein dürfte. Berthas Rechner zeichnen pro Sekunde 100 Megabyte an Daten auf. Um die Datenmenge auf das Nötigste zu begrenzen, werden von Personen und anderen Autos nur die Umrisse verarbeitet. Um mögliche Unfallhergänge zu rekonstruieren, gibt es den sogenannten Event Recorder, der in einer Speicherschleife nur die Daten der letzten 30 Sekunden Fahrt behält. Auf die Frage, was passiert, wenn zwei autonome Fahrzeuge kollidieren, hatte man bei Mercedes aber noch keine vernünftige Antwort parat. Es dürfte interessant werden, wie man hier künftig mit der Schuldfrage umgeht.

Im Moment kann der Fahrer zur Not noch selbst eingreifen. Doch irgendwann soll er den Straßenverkehr komplett vergessen können, um – unter anderem – zu entspannen. Mercedes-Designer haben dafür einen – Verzeihung: loungigen – Innenraum entworfen. Alle Sessel lassen sich drehen, jede Menge Displays (sogar in den Türen) holen auf Wunsch sogar die äußere Umgebung nach innen. Ein großer Tisch dient als Zentrale für unüberschaubare Multimedia-Funktionen. Zeit und Raum sind für die Schwaben und für die Zukunftsforscher, die sie in Sunnyvale beschäftigen, ein großes Gut in einer immer engeren, urbanisierten Welt.

Das passt in die unzähligen amerikanischen Suburbs, wo die Bevölkerung bereits heute so gut wie alles im Auto macht: Weite Wege ins Büro, weite Wege für Besorgungen oder eine Stunde in der Reihe anstehen, nur um den Sprössling von der Schule abzuholen. Megacities und Vororte – beide werden vor allem in den USA in Zukunft bevölkerungsmäßig explodieren. Laut Daimler-Trendforscher Fred Kim werden in den USA bis 2030 gut 40 Millionen Menschen mehr leben als jetzt. Zudem besitzen 96 Prozent der Amerikaner ein Auto und sie verbringen, wie beschrieben, viel mehr Zeit darin als wir Europäer. Zeit, die sie auch sinnvoller nutzen können. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass serienmäßige Bertha-Versionen zuerst in den Vereinigten Staaten verkauft werden. Bis 2030 will Mercedes die ersten autonom fahrenden Autos auf der Straße haben.

Anreise, Verpflegung und Probefahrt gingen auf Kosten des Herstellers. (imp)