Nischenangebot
Sie ist, wie es früher mit feinem, britischem Understatement bei Rolls-Royce hieß, "ausreichend". Und damit auch die Beschleunigung: Der Tempo-100-Sprint gelingt in 5,7 Sekunden, das ist schon fast Porsche-Liga. Dabei klingt der Lexus gut, schnurrt mehr als zu knurren. Das ist allerdings nur der Fall, wenn man es wirklich darauf anlegt. In der Stadt oder bei entspanntem Fahren hält sich der Lexus akustisch extrem zurück. Die 473 Nm Drehmoment liegen zwar erst bei 4100/min an, aber auch darunter steht der größte Teil davon bereits zur Verfügung. So zeigt der Drehzahlmesser bei konstantem Stadttempo gerade mal 1200/min, und viel mehr ist innerorts auch beim Beschleunigen nicht nötig.
Fliegender Teppich
Man fühlt sich im Lexus LS wie auf einem fliegenden Teppich, die Fahrt ist flüsterleise. Neue Hohlkammerfelgen tragen dazu bei, mehr noch natürlich das serienmäßige Luftfahrwerk mit adaptiven Dämpfern. In puncto Fahrkomfort gibt es nichts auszusetzen. In sportlich genommenen Kurven allerdings hängt man unschön im Sitz: Die Karosserie neigt sich deutlich nach außen, außerdem fehlt der Seitenhalt in den auf Komfort optimierten Sitzen. Im Sportmodus wird das Wanken etwas geringer. Die vier Betriebsarten werden im neuen LS über ein Drehrad in der Mittelkonsole statt über Schalter gewählt und beeinflussen die Antriebs- und Federungscharakteristik nur moderat. Wer es sportlicher mag, kann beim überarbeiteten Modell die straffer abgestimmte F-Sport-Version ordern. Diese bietet anders als die getestete Variante auch Schaltwippen für die Achtstufenautomatik. Außerdem soll die Lenkung dort direktere Rückmeldung geben. Doch auch im normalen LS 460 gibt die Lenkung wenig Anlass zu Kritik, ist weder zu leicht-, noch zu schwergängig und bietet ausreichend Rückmeldung.
Höherer Verbrauch, niedrigerer Preis
Der Zwei-Tonner mit V8-Benziner genehmigte sich auf unseren Fahrten 13,9 Liter. Bei höherem Stadtanteil wäre der Wert noch deutlich höher gewesen. Im Lexus-Datenblatt steht ein Normverbrauch von 10,7 Liter, wesentlich mehr als beim ähnlich motorisierten Mercedes S 500 der nun auslaufenden Generation, der mit 9,4 Liter auskommen soll. Dafür liegt der Preis des Lexus rund 7000 Euro niedriger. Den LS 460 mit Hinterradantrieb gibt es für 92.800 Euro, während 99.663 Euro für den S 500 fällig werden. Schon beim Grundmodell LS 460 ist die Ausstattung üppig. Neben dem erwähnten aufwendigen Luftfahrwerk sind Lederausstattung, Xenonlicht, das Navi mit dem großen Bildschirm und vieles andere Standard. Wer noch mehr will, kann für 98.100 Euro die Variante F Sport ordern oder für 104.000 Euro die Version Luxury Line.