Modulare Digitalisierung: der Audi A3 in der Cloud
Handschrifterkennung
Wie das Infotainment-System technisch aufgebaut ist, wird manchem Autofahrer egal sein. Und auch Audi hätte sich für traditionelle Schalter und Knöpfe entscheiden können, wählte aber ein "zeitgemäßes" Bedienkonzept, das sich zumindest teilweise an iPhone und Co. orientiert. Statt eines kleinen "Radiodisplays" gibt es einen schlanken, nach oben ausfahrbaren Monitor mit einer Bildschirmdiagonale von sieben Zoll, der 800 x 480 Bildpunkte auflöst. Er ist die zentrale optische Bedienerschnittstelle für sämtliche Infotainment-Funktionen.
Einen völlig neuen Weg beschreitet Audi mit dem so genannten MMI Touch: Zwischen Fahrer und Beifahrer positioniert, ist es eine Kombination aus Drehregler und Touchpad. Es erlaubt wie bereits im Audi A8 eine freie Eingabe einzelner Zeichen per Handschrifterkennung. Das hat auch für Audi selbst einen Riesenvorteil: Anders als bei einer Tastatur ist es egal, welche Schriftzeichen der Autofahrer eingibt: Sie können lateinisch, kyrillisch, chinesisch oder koreanisch sein – ob sie erkannt werden, ist allein eine Frage der hinterlegten Software, die, weil bekanntlich modular ausgelegt, einfach nur installiert werden muss (und im Laufe des Autolebens von Verbesserungen profitieren kann).
Auto in der Wolke
Das zweite Schlagwort neben der Modularität ist wie gesagt das "Auto in der Cloud". Audi spricht zwar nicht wie manch anderer Hersteller von einem "rollenden Smartphone", es würde wohl auch nicht dem Selbstverständnis des Autobauers entsprechen. Er formuliert aber sehr wohl den Anspruch, dass das Auto nahtlos mitwachsen kann mit den Fortschritten, die es bei Internettechnologien oder Mobilfunktechnik gibt. Beim neuen Mobilfunkstandard LTE etwa will Audi zu den ersten Automobilbauern gehören, die dabei sind. Klappern gehört hier natürlich zum Handwerk, denn Audi hat darauf keinen großen Einfluss. Auch LTE wird wie UMTS über eine SIM-Karte zur Verfügung gestellt, die funktional notwendigen Anpassungen am MIB dürften nicht allzu schwierig sein – das kann jeder, der einen Internetzugang im Auto vorsieht.