Mobilitätswandel: Die Volkswagen-Tochter Moia
Im Gegensatz zu Uber sucht Moia von Beginn an den Dialog mir den Kommunen und Regulierungsbehörden, um mögliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das könnte dann auch dazu führen, dass der Uber-Konkurrent Gett, an dem Volkswagen finanziell beteiligt ist, Dienste in Deutschland anbieten wird. Bislang ist das Start-up aus Israel in rund 100 Städten wie London, Moskau und Tel Aviv aktiv, nicht aber im Heimatland von Volkswagen.
Als eine Art Blaupause für die Kooperation mit den Behörden dient dabei die „strategische Mobilitätspartnerschaft“, die Volkswagen und die Hansestadt Hamburg vereinbart haben. Ziel sei es, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um die Mobilität in der Stadt umweltschonender, sicherer und effizienter zu gestalten, heißt es in der Grundsatzvereinbarung, die im vergangenen Sommer von Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Volkswagen-Vorstandschef Müller unterzeichnet wurde.
Beschwerlicher Weg in die Mobilitätszukunft
Das auf drei Jahre ausgelegte Projekt zeigt aber auch, wie beschwerlich der Weg in die Mobilitätszukunft sein kann. Beim grünen Koalitionspartner von Scholz stieß die Vereinbarung auf wenig Beifall. In dem Memorandum stehe „nichts, was wirklich wirksam in Richtung Lärm- und Luftschadstoff-Reduzierung gehen würde“, hieß es aus der Behörde von Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne).
Ob es der Volkswagen-Tochter Moia gelingen wird, solche Vorbehalte von Umweltschützern und Städteplanern auszuräumen, muss sich noch zeigen. Auf der „TechCrunch“-Konferenz in London jedenfalls wurde Moia-Chef Harms ständig nach den Folgen des Diesel-Skandals gefragt und „ob man diesen Typen, die bei den Tests betrogen haben, überhaupt trauen kann“. „Wir werden uns das Vertrauen mit unseren Diensten verdienen müssen“, entgegnet Harms. Dabei spiele auch die Qualität der Dienste und die Sicherheit der Fahrzeuge eine wichtig Rolle.
Mit Argusaugen wird auch das Taxi-Gewerbe die Aktivitäten von Moia betrachten. Doch auch hier setzt Moia eher auf Zusammenarbeit als auf Konfrontation. „Die Taxi-Unternehmen haben längst den Veränderungsbedarf selbst erkannt“, sagt Harms. Sein Unternehmen gehe davon aus, dass menschliche Fahrer noch für eine lange Zeit gebraucht werden und nicht schon in den kommenden Jahren von autonom fahrenden Vehikeln abgelöst werden. „Die Fahrer nehmen eine Schlüsselposition bei der Qualität der Dienste ein.“ (fpi)