Mercedes SLS AMG mit B&O-Anlage
Schneller als aktuelle Notebooks
Elf Lautsprecher, 1000 Watt, zehn Soundkanäle wurden aufeinander abgestimmt. Mittendrin arbeitet ein digitaler Soundprozessor (DSP), der für die Klangsteuerung zuständig ist und eine Verstärkerleistung von 250 Watt liefert. Er sendet den Sound Richtung Fahrer, Beifahrer oder zentral in die Kabine und ermöglicht außerdem den High-End-Studioklang „Referenz“ oder einen Surroundklang. In dem unscheinbaren Alu-Kasten wird gerechnet: Ein Blackfin-Mikrocontroller und ein Sharc-Gleitkomma-Prozessor ackern um die Wette. Laut Koch läuft die Soundberechnung schneller als in aktuellen Notebooks. Und sie muss schnell sein: Zum einen wird dem Gehirn der Anlage 15 Mal pro Sekunde die aktuelle Fahrzeug-Geschwindigkeit mitgeteilt, zum anderen findet über ein Mikrofon ständig eine Überwachung des Innenraum-Geräuschpegels statt. Dabei wird der Sound lautsprecherselektiv in Lautstärke und Frequenz so angepasst, dass immer der bestmögliche Sound zu hören ist. Außengeräusche werden minimiert, aber das kernige Beschleunigungs-Grollen des handgearbeiteten 571-PS-Saugmotors bleibt klar erhalten. Sämtliche Regelungen verlaufen natürlich unbemerkt.
ICEpower
Als Verstärker fungiert ein zirka 3 kg schwerer Kasten: Der ICEpower-Verstärker leistet 750 Watt. ICE steht für Intelligent, Compact und Efficient. Das Gerät setzt 93 Prozent der zugeführten Energie in Leistung um, bei konventionellen Auto-Hi-Fi-Verstärkern sind es meist nur 30 Prozent. Ein interner Kühlkreislauf hält den geschlossenen ICEpower auf Betriebstemperatur. Die Apparatur ist laut B&O so gut, dass selbst Highend-Anlagenbauer Jeff Rowland diese in seinen Verstärkern einbaut.
Leichte Lautsprecher
Beim Einsatz in einem Fahrzeug, zudem in einem Supersportwagen, geht es auch um das Gewicht. Deswegen sollten die B&O-Komponenten möglichst wenig wiegen. Also kommen zum vergleichsweise leichten ICEpower auch noch leichte Lautsprecher. Als Magnet-Material setzt B&O Neodym ein, wie es sich auch bei anderen Herstellern wie Bose längst etabliert hat. Neodym-Magnete sind wesentlich kleiner und leistungsfähiger als herkömmliche Magnete. Als Haltestruktur kommt bei den Lautsprechern Kunststoff zum Einsatz. Hier die Lautsprecher des SLS mit Bang-&-Olufsen-Soundsystem im Überblick: zwei beleuchtete Linsen-Hochtöner auf dem Armaturenbrett mit 19 mm Durchmesser, 5000 bis 20.000 Hertz; ein zentraler Mitteltöner in der Instrumententafel mit 90 mm Durchmesser, 300 bis 10.000 Hertz; zwei Mitteltöner für die Türinnen-Verkleidungen mit 100 mm Durchmesser, 300 bis 5000 Hertz; zwei Surround-Lautsprecher in den B-Säulen mit 80 mm Durchmesser, 300 bis 10.000 Hertz, zwei Tieftöner im Fußraum mit 165 mm Durchmesser, 65 bis 300 Hertz und zwei Subwoofer rechts und links in der Hutablage mit 165 mm Durchmesser, 30 bis 65 Hertz.