Mercedes B-Klasse F-Cell in Kleinserie
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3,3 Liter Diesel-Äquivalent
Die Fahrleistungen sind im Vergleich zur erwähnten A-Klasse deutlich besser. So stieg die Höchstgeschwindigkeit von 140 auf 170 km/h, und statt 16 Sekunden braucht die neue Version nur noch 11,4 Sekunden für den Sprint auf 100. Mercedes spricht von Fahrleistungen auf dem Niveau eines 2,0-Liter-Benziners, was offensichtlich nicht für die Höchstgeschwindigkeit gilt. Was soll´s: Wie jedes Elektroauto dürfte die B-Klasse vor allem vom hohen Drehmoment leben und angesichts der Herausforderungen bei der zukünftigen Energieversorgung ist eine Spitze von 170 km/h durchaus großzügig. Vor allem Verbrauch der B-Klasse F-Cell klingt gut: Umgerechnet in Diesel soll das Auto nur 3,3 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer im NEFZ verbrauchen.
Inwieweit diese Werte überhaupt übertragbar sind, sei zunächst einmal dahingestellt, weil die Versorgung von Verbrauchern wie Klimanlage, Heizung usw. teilweise anders erfolgen muss als in einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Bereits bei heutigen Hybridfahrzeugen wie dem Prius zeigt sich, dass der NEFZ nur bedingt aussagekräftig ist – hier allerdings im positiven Sinne, denn die Rekuperation hilft vor allem im städtischen Betrieb, recht nahe an den „Prospektwerten“ zu bleiben. Außerdem ist die Brennstoffzelle trotz aller Verbesserungen vergleichsweise temperaturempfindlich: Ihre Kühlung bei hohen Außentemperaturen zum Beispiel fordert elektrische Energie, ein solcher Aspekt ist heute noch in keiner Verbrauchsnorm abgebildet. Natürlich wird auch bei der B-Klasse in Brems- und Schubphasen Energie zurückgewonnen, die in einer Lithium-Ionen-Batterie gespeichert wird. Sie bietet eine Kapazität von 1,4 kWh, ist damit wie bei verbrennungsmotorischen Hybridfahrzeugen nur darauf ausgelegt, beim Beschleunigen zu helfen.