Medizinische Hochschule Hannover und Ubilabs entwickeln Corona-App
Seite 2: Alphaversion bereits fertig
Ubilabs hat bereits auf eigene Kosten eine erste Version der Datenanalyseplattform entwickelt. Das Unternehmen ist Premium-Partner von Google, was aber im GeoHealth-Projekt keine Rolle spielen soll. Der bereits entwickelte Prototyp wertet die Location History aus und ĂĽberprĂĽft die anonymen Bewegungsdaten auf Zeit und Ort. DafĂĽr konnten 15 Studierende der MHH gewonnen werden, die ihre Google-Location-History freiwillig zur VerfĂĽgung stellen.
"Wir können sehen, aus wie viel verschiedenen Stadtteilen sich die Personen an einem Ort zusammenfinden. Dabei ist es nicht nachvollziehbar, wo jemand wohnt", sagt Beutel. Aktuell arbeitet das Team an der Rekonstruktion der Bewegungsdaten von rund 300 infizierten Personen aus Südkorea, die es mit den offiziellen Infektionsdaten korrelieren will. In Südkorea wurden bereits mit diesen Daten Apps entwickelt, wie CNN Business berichtet.
Über die Ubilabs-Datenanalyseplattform könnten die Standortdaten den Gesundheitsämtern anonymisiert zur Verfügung gestellt werden. Diese wären dann in der Lage, auf Basis des anonymisierten Datensatzes Infektionsketten länderübergreifend zu verfolgen und mit anderen Gesundheitsämtern zusammenzuarbeiten. Ob und wie das rechtlich möglich ist, muss noch geklärt werden. "Das gehört zu den Projektzielen, wobei hier die Interoperabilität und Kompatibilität von Daten wichtig sind", sagt Beutel.
Crowdfunding fĂĽr das Epidemie-Tracking
Das Projekt wird im Moment allein von den Initiatoren aktiv verfolgt, staatliche Behörden sind bisher nicht beteiligt. "Unser Ziel ist es, das Projekt so schnell wie möglich an die Bevölkerung zu bringen, um Testergebnisse zu bekommen und die Corona-Epidemie einzudämmen", sagt Gleser. Er glaubt: "Hätten Menschen in Wuhan ein solches System genutzt, hätte man die Ausbreitung vermutlich verzögern können."
Jens Wille sagte heise online: "Wir haben die technische Machbarkeit gezeigt. Wir wollen nun eine stabile Infrastruktur aufbauen und an der Automatisierung händischer Aufwände arbeiten." Außerdem muss noch die App entwickelt werden. Angestrebt ist zunächst ein deutschlandweiter, dann ein weltweiter Roll-Out. Um das Angebot in Deutschland starten zu können, soll demnächst über eine Crowdfunding-Kampagne ein niedriger sechsstelliger Betrag erhoben werden. Darüber sollen auch künftige Nutzer gewonnen werden. (olb)