Luft aus Strom macht Dampf

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Das „Hyboost“-Experiment will einen Ausweg weisen. Um bei überschaubaren Kosten zu sparen, setzt man auf einen günstigen Dreizylinder-Ottomotor mit Turbo-Hochaufladung: Das hohe Sparpotenzial des Ford Focus durch Hubraumverkleinerung, Direkteinspritzung und Aufladung soll mithilfe von Mikrohybridtechnik weiter gesteigert werden. Allerdings geht man dabei einen anderen Weg als in herkömmlichen Konzepten.

Basis ist der aktuelle, hoch moderne 1,0-Liter-Dreizylinder mit variablen Steuerzeiten, Direkteinspritzung und Abgasturboaufladung, wie er in den Ford-Modellen B-Max, C-Max und Focus eingesetzt wird. Der von Ford intern als „Fox“ bezeichnete Motor leistet zwischen 100 PS und 120 PS im Ford B-Max oder 125 PS im Ford Focus. Dabei bietet er ein maximales Drehmoment von 170 Nm, das im Bereich zwischen 1300 und 4500/min zur Verfügung steht. Für das Hyboost-Experiment wurde er auf 143 PS bei 5500/min leistungsgesteigert. Beachtliche 234 Nm Drehmoment liegen danach bei 2500/min man. Eingebaut wurde dieser Motor in einen 2009er Ford Focus, der vormals mit dem 2,0-Liter-Duratec-Vierzylinder lief. Dazu kam das länger übersetzte manuelle 6-Gang-Getriebe des Dieselmotors. Das erhöhte Drehmoment erlaubt dieses Downspeeding, das allein schon zu einem Verbrauchvorteil von vier Prozent führt.

Im Serien-„Fox“ verkleinert eine schnell ansprechende Laderturbine das Turboloch so weit, dass man es kaum mehr spüren kann. Dazu geht man allerdings einen nicht optimal effizienten Kompromiss zwischen Drehmomentaufbau, Anfahrverhalten und maximalem Aufladegrad ein. Wird ein Motor lediglich mit einem größeren Turbolader bestückt, wie man es beim Versuchs-Focus getan hat, gelingt es bereits dadurch, ihn weiter zu entdrosseln, sprich, noch effizienter zu betreiben. Das geht allerdings auf Kosten der Fahrbarkeit.