Lexus GS 250 und GS 450h im Fahrbericht

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Das Fahrwerk der GS-Modelle lässt sich serienmäßig über einen großen Dreh-Drückknopf in der Mittelkonsole verstellen. Es geht vom Modus Eco pro über Normal und Sport S zu Sport S plus. Der GS 250 ist im Eco-pro- und im Normalmodus kaum zu ertragen: Ich fühle mich wie auf den wankenden Planken eines Segelschiffs. Sport S und Sport S plus machen ihre Sache besser, aber jetzt neigt der Wagen zum Zittern. Der Wunsch, europäischen Fahransprüchen entgegenzukommen, ist zu spüren, wurde aber nicht komplett erfüllt. Beim 450h ist dies alles etwas besser: Er wiegt mit 1910 Kilogramm 190 Kilogramm mehr als der 250 – die Hybridkomponenten machen den Wagen schwerer. Damit liegt das Hybridmodell satter auf der Straße. Aber auch hier wirkt das Fahrwerk bei Sport S und Sport S plus leicht nervös. Dies könnte unter anderem an einem nicht ganz so steifen Chassis liegen.

Die Bremsen beider GS-Modelle sind hingegen hervorragend: Bissig verzögern sie auf kurzen Wegen. Bei einer Vollbremsung regelt das ABS vorbildlich. Anders sieht es bei der Lenkung aus: In den Modi Eco Pro und Normal ist sie schwammig mit Spiel in der Mittellage. Auch hier wird es erst bei Sport S und Sport S plus besser – allerdings bleibt weiter ein leicht indifferentes Gefühl.

Lexus rückt von der Strategie ab, den GS in Deutschland ausschließlich als Hybridmodell anzubieten. Der Grund wird sein, dass Hybride in der deutschen Zulassungsstatistik kaum eine Rolle spielen – bisher hat sich noch jeder Hybrid an der teutonischen Dieselwand die Nase eingehauen. Jetzt gibt es als Alternative eben auch einen Benziner – eine Notlösung, da die Diesel-Kooperation der Konzernmutter Toyota mit BMW voraussichtlich erst 2014 Früchte tragen wird.

Der 2,5-Liter-Sechszylinder des GS 250 leistet 209 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 253 Nm. Das Aggregat wird schnell laut, wobei das Knurren einen sachten sportlichen Touch mitbringt. Aber beim Beschleunigen ist es vorbei mit der Lexus-Ruhe: Sowohl der pfeifende Wind an den Außenspiegeln als auch das Triebwerk sind deutlich zu vernehmen. Von 0 auf 100 km/h geht es in 8,6 Sekunden, bei 230 km/h ist der Vortrieb vorbei – klassentypische 250 km/h sind außer Reichweite. Spätestens am Berg wirkt der GS 250 überfordert und geradezu untermotorisiert. Laut Hersteller sind pro 100 Kilometer im Schnitt 8,9 Liter Super fällig. Wir können den GS 250 nicht empfehlen – ist er vielleicht nur dazu da zu zeigen, wie gut der Hybrid ist?